Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1489999
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Pommersche 
Kunstgeschichte. 
Bogenrande zu Stande bringt, aber freilich 
 I von gar schwerem Eindrucke ist; den Ueber- 
( I gang von den Halbsäulen zu dieser Platte 
ßfrun"   vermitteln kleine Consolchen unter den 
: Ecken der letzteren. Die Kreuzgurte im 
Gewölbe des Querschiifes haben eine Form, 
    deren Durchschnitt  sich bereits dem 
f?" (i in der gothischen Bauweise üblichen und 
;  gesetzmässigenbirnenartigenProfilannähert; 
  im Gewölbe des Ohores scheinen sie noch 
s, aus Rundstäben zu bestehen  Ueber- 
 Wölbung der halbrunden Altarnische hat 
eine eigenthümliche Anordnung. Durch 
aß n, den rossen S itzbo en, der ihre Einfassung beschliesst, 
 mussgihre Halgkuppäl nach oben zu natürlich die Form 
 der Kugeltläche allrnählig verlassen. Diesen Widerspruch 
7724 aber zu maskiren, oder richtiger: harmonisch auszugleichen, 
laufen vom Beginn des Kuppelgewölbes, zwischen den 
Fenstern, sechs Gurtbänder nach dem Mittelpunkte des Spitzbogens empor, 
so dass die Wölbung eine fächerartige Erscheinung darbietet. Auch dies 
darf man wieder als einen Uebergang zum gothischen System bezeichnen; 
doch ist zu bemerken, dass nicht bereits, wie bei ähnlichen Anordnungen 
des Uebergangsstyles, Strebepfeiler an dem Aeusseren der Halbkuppel hin- 
austreten, so wenig, wie diese sonst an den älteren Theilen der Domkirche 
gefunden werden.  Die Fenster sind von hoher, nicht breiter Form und 
vorherrschend ebenfalls im schweren Spitzbogen überwölbt. In der Altar- 
nische sind deren sieben angebracht, die mit ihrer Spitze in den Beginn 
der Kuppelwölbung hinreichen; sie sind mit feinen Säulchen umfasst. An 
den Wänden der alten Bautheile sind überall je drei ähnliche Fenster 
nebeneinander angebracht, von denen das mittelste jedesmal höher ist als 
die beiden zu den Seiten. 
Bei der Schönheit der gegenseitigen Verhältnisse, bei der harmonischen 
Durchbildung der Formen, bei dem Umstände, dass Nichts durch spätere 
Veränderungen entstellt ist, gewährt das Innere der alten Bautheile solcher 
Gestalt einen edlen, befriedigenden Eindruck und scheint dem Auge der 
historischen Forschung als ein Ganzes von gleichmässigem Gusse, als Eins 
in Anlage und Vollendung gegenüber zu stehen. Dies ist aber nicht der 
Fall; eine weitere Untersuchung, namentlich des Aeusseren, lehrt, dass auch 
hier verschiedene Meister thätig waren, dass nicht Alles in dem Sinne auf- 
geführt ist, in welchem es begonnen wurde, dass eine längere Reihe von 
Jahren, vielleicht nicht ganz ohne Unterbrechung, über der Herstellung 
dieser Bautheile hingegangen sein muss. 
Der untere Theil der nördlichen Wand des Querschides giebt sich zu- 
nächst als ein völlig abweichendes Baustück zu erkennen. Während im 
Uebrigen das Material des gebrannten Steines durchgehend gefunden Wird, 
ist dieser Theil aus Granit aufgeführt, der in ziemlich regelmässig behauenen 
kann mich in der letzteren Angabe irren; die abgeschmackte Be- 
Gewölbgurte erschwerte es mir trotz meines Fernglases ungemein, 
ganz sicher zu erkennen. 
1) Ich 
malung der 
alle Formen
        

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