Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1489883
litaktur. 
Aral 
Kirchliche 
8110. 
Byzantinischer Styl 
6'622 
nach Zerstörung des wirklichen Swantevii erhalten haben mochte), und 
dass man das Steinhild liegend in das Fundament der Klrche von Alten- 
kirchen eingemauert habe, um dadurch ÄPzude"ten' dass gerade {ließe Kirche, 
als eine siegende, an die Stelle des Gotzenlempels getreten sel. Hiedurßh 
könnte denn auch die oben besprochene Melmmgf das? fm am"? Orte das 
erste christliche Gotteshaus errichtet worden sel, 61111595 Gßwlcht mehr 
erhalten. 
Verwandte Motive mit den byzantinischen Bautheilen der beiden ge- 
nannten Kirchen, namentlich der Kirche von Bergen, zugleich aber einen 
Schritt zu weiterer Entwickelung, finden wir in den älteren Theilen der 
Kirche des ehemaligen Klosters Colbatz in Hinterpommern. Ueber die 
Gründungszeit dieses Klosters schwanken die Angaben zwischen den Jah- 
ren 1159, 1163 und 1173 i). Des Kirchcnbaues geschieht, so viel ich weiss, 
keine Erwähnung; nur die Bemerkung, dass die Kirche bereits dem Stifter 
des Klosters, Wartislav II. (gest. 1186 oder 1188) zur Ruhestätte gedient 
habe 2), dürfte darauf schliessen lassen, dass dieselbe in den zuletzt ge- 
nannten Jahren auf eine würdige Weise ausgebaut gewesen sei und dass 
die vorhandenen ältesten Theile die Reste dieser ersten Anlage seien. 
Der Baustyl dieser ältesten Theile der Kirche von Colbatz scheint in- 
dess, so viel ich zu urtheilen im Stande bin, ein um einige Jahrzehnte 
jüngeres Alter zu bezeichnen. Entwickelt sich nämlich an ihnen das by- 
zantinische System zum Theil zwar in reiner Ausbildung, so treten doch 
zugleich, und zwar auf consequente Weise durchgeführt, die Motive des- 
jcnigen spitzbogigen Systems hinzu, welches man als den Ucbergang von 
der byzantinischen zur eigentlich gothischen Bauweise bezeichnen muss. 
Mir ist aber kein sicheres Beispiel bekannt, dass, wenigstens in der deut- 
schen Baukunst (in der französischen dürfte es schon anders sein), dieser 
Uebergangsstyl vor dem Beginn des dreizehnten Jahrhunderts anders als in 
zufälligen Einzelheiten erschienen sei a), während im Gegentheil mehrfache 
Beispiele vorhanden sind, aus denen es hervorgeht, dass der wirkliche 
byzantinische Baustyl bis in das dreizehnte Jahrhundert hinein zur Anwen- 
dung gekommen ist. Und um so mehr bin ich geneigt, die ältesten Thsjle 
der Colbatzer Kirche für etwas jünger zu halten, als die von Bergen, als 
sie eben in den wirklich byzantinischen Elementen mehrfache Aehnlichkeit 
mit dieser hat. Gegen die Anwendung dieses Vergleiches und die daraus 
zn ziehenden Schlussfolgerungen dürfte sich zwar bemerken lassen, dass 
es sich hier um den Formensinn verschiedener Nationen (somit um eine 
historisch verschiedenartige Entwickelung der Banstyle) zu handeln scheine, 
indem die Baumeister der Kirche von Bergen, bei dem dort ausgesproche- 
nen Verhältnisse zu Dänemark, vermuthlich aus dänischer Schule her- 
stammten. Hierauf mag aber die Erwiderung erlaubt sein, dass Pommern 
überhaupt um den Beginn des dreizehnten Jahrhunderts in einem abhän- 
1) VgL J_ J Steinbrück: Geschichte der Klöster in Pommern etc. 
2) Ebend. S. 57.  
3) Wo solche Ansichten bis Jetzt aufgestellt sind, ermangeln sie 
noch einer bestimmten und zureichenden historischen Begründung. 
S. 40. 
durchweg
        

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