Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1489664
der 
Kunst-Samml un g 
Berlin. 
7.11 
Kuustkammer 
647 
des Museums übergegangenen Kunstfacher, ihrer wesentlichen Bednutrlng 
nach, ebendemselben Kreise des Kunstbetriebes angehören und bei einer 
Gesammt-Anschauung des letzteren nicht übergangen werden dürfen, D195 
sind vornehmlich die, in den Neben-Sälen der Sculpturen-Ganerie des 
Museums aufgestellten M ajoliken und Glasmalereien. Beide Fächer- 
gehören, wie es oben in Rücksicht auf die Kunstsammlung der Kunstkammer 
ausgesprochen wurde, denjenigen Elementen des Kunstbetriebes an, wo 
Handwerk und Kunst einander berühren. Beide stehen ausserdem zu an- 
dem , auf der Kunstkammer vorhandenen Arbeiten in nächster verwandt- 
schaftlicher Beziehung: die Majoliken zu den Emaillen des sechzehnten 
Jahrhunderts, die Glasmalereien zu der Sammlung bemalter Glasgefässe, 
von welchen die folgende Beschreibung nähere Nachricht geben wird. 
Ausser den Majoliken und Glasmalereien sind sodann ein Paar einzelne. 
in denselben Räumen des Museums aufgestellte Werke zu nennen, die nicht 
minder der Richtung der in der Kunstkammer bewahrten Sammlung an- 
gehören. Das eine von ihnen ist eine mit Schnitzwerkcn verzierte hölzerne 
Truhe  eine italienische Arbeit, welche für die Art und Weise italienischer 
Prachtgeräthe ein merkwürdiges Beispiel gewährt und mit den in der Kunst- 
kammer vorhandenen deutschen nläunstschränken" interessanteVergleichungs- 
punkte darbietet; das andre ist ein geschliffenes, dem Valerio Vicentino 
zugeschriebenes Krystall-Gefässä, welches den ähnlichen Arbeiten der 
Kunstkammer angereiht werden muss. Beide Stücke finden zugleich in 
anderweitigen, der italienischen Plastik angehörigen Arbeiten, die sich auf 
der Knnstkammer befinden, mannigfache Berührungspunkte.  Auch ver- 
schiedene der, im Antiquarium des Museums aufbewahrten Gegenstände, 
 mittelalterliche Schnitzwerke in Elfenbein, moderne Gemmen und in 
Krystall geschliffene Darstellungen,  fallen demselben Kreise des moder- 
nen Kunstbetricbcs anheim. 
Was nunmehr die Abfassung der folgenden Beschreibung anbetrifft, so 
hat der Verfasser das Ganze der Sammlung vorzugsweise aus dem Gesichts- 
punkte der kunsthistorischen Entwickelung betrachtet. Die l-laupieinthei- 
lung folgt den vorzüglichsten Stadien dieser Entwickelung, wie sich die- 
selben durch die Eigenthümlichkeiten des vorhandenen Vorrathes bestim- 
Inen; in den Unter-Abtheilungen sind sodann die verschiedenen Kunst- 
Fächer, soviel es möglich war, auseinandergehalten. Der Verfasser gesteht, 
dass diese Anordnung (wie eine jede synchronistische Behandlung) ihre 
Schwierigkeiten hat, dass die Abschnitte zwischen der einen und der andern 
geschichtlichen Periode nicht immer mit Genauigkeit festzustellen sind, 
und dass es für eine nur äusserliche Uebersicht des grossen Vorrathes 
gewiss günstiger gewesen wäre, die verschiedenen Fächer, von den frühstcn 
Entwickelungszeiten bis auf die neusten Leistungen herab, gänzlich geson- 
dert zu betrachten. Gleichwohl scheint die befolgte Anordnung Vortheile 
darzubieten, welche die genannten Mängel bei weitem überwiegen; denn 
durch die Zusammenstellung dessen, was der Zeit nach gleichartig ist, wird 
sich eben das Wesentliche,  der innere Charakter, die Sinnes- und, 
Gefühlsweise der einzelnen Perioden,  ungleich deutlicher erkennen lassen, 
als bei andrer Betrachtungsweise möglich ist. Für die angeregten Miss- 
 Verzeichniss von Werken der della Robbia, Majolica, Glasmalereien u. s, w, 
Welche in den Neben-Sälen der Scnlpturen-Gallerie des König]. Museums zu 
Berlin aufgestellt sind, von E. Tieck. Berlin, 1835; S. 9, O. 
i) Ebendaselbst, S- 37-
        

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