Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1489385
Anhang, 
zhen. 
Benachbarte Kin 
Conradsburg. 
619 
radsbmg an, Auch das Jahr 1176 (welches schon an sich auf einem Jn- 
thume zu beruhen scheint und überdies in keinem speziellen Bezuge zu 
den eigentlichen Kirchengcbiiudcn steht) dürfte der Kirche, wie bereits Oben 
(S. 589) bemerkt wurde, ein um einige Jahrzehnte zu fruhes Alter zuer- 
theüem Sie ist ein Rest der anmuthigsten, reichsten und lautersten Ent- 
wickehmg des byzantinischen Baustylcs, besteht Jedoch nur aus dem hohen 
(jhm- und der Unterkirclie, indem das eigentliche dchiif der Kirche, Welches 
glgichvrvohl im ursprünglichen Plane lag, gegeiiwartig nicht vorhanden ist, 
Der Verfasser der oben angeführten Beschreibung irrt, wenn er das Ge- 
bäude als ein für sich abgeschlossenes und dein Grundplane nach vollendetes 
Ganze betrachtet; noch mehr C. L. Sti eglitz (in 89111611. "Beitragen zur 
Geschichte der Ausbildung der Baukunst? 184, m1- n- 5-  Welßlwr 
das vorhandene Gebäude in Eine Kategorie mit den Doppelkapellen setzt, 
wie deren auf den Burgen von Eger, Nürnberg, Freiburg a. d. Unstrut 
,  .n. 
u. s-Biidhorllilferillldltller vorhandenen Ai-ilage, Chor und Unterkirche, zerfallen 
in ein Mittelschiff von quadratischer Grundform und Seitenschiile von 
gleicher Länge, aber nur halb so breit. Mittelschiii und Seitenseliitle 
sclilicssen mit halbrunden Nischen, von denen natürlich die des Mittel- 
schiiies der Form und der Tiefe nach als vorherrschend erscheint. 
In der Unterkirche werden die Seitenschiiie vom Mittelschiff durch 
Bogenstellungen mit je zwei viereckigen Pfeilern abgesondert; das Mittel- 
schiff ist hier durch eine doppelte Bogcnstellung (von zweimal drei 
Säulen und Pfeilern) ausgefüllt. Säninitliche Säulen und Pfeiler werden 
unter sich und mit den ihnen corrcspontlirentlcn Wandpfeilern an den 
NVänden und in der Nische des hlittclschiffes durch halbkrcisrunrle Gurt- 
bänder verbunden, zwischen welchen kleine Kreuzgewölbe (ohne hervor- 
tretende Gewölhrlppen) eingelassen sind. Die Kämpfergesimse über den 
Pfeilern und NVandpfeilern sind aus den llauptforinen von Platte, Wulst. 
und Hohlkehle, Alles fein profilirt und der Wulst einem Echinus sich an- 
nähernd, zusammengesetzt; an den in der Nische des Mittelschiifes befind- 
. liehen "Wandpfeilern ist der ebengenannte 
i Wulst in der Art eines antiken Perlen- 
W  V 9„ stabes ausgemeisselt, was freilich für die 
  Stärke und das Profil (lieses Gliedes nicht 
L was? ganz passend erscheint.  Die Pfeiler, 
 welche die Seitenschiife vom Mittelschiff 
"Lipi-"Hp- absondern, sind mit gegliederten Ecken, 
in denen Ilalbsäulchen mit verschieden- 
   h d Mwlelschiues der gebildeten Kapitälen eingelassen sind, ge- 
Kamrferevßlms (läieädrczä) ' schmückt. Unter den Pfeilern und Säulen, 
welche das Mittelschiff ausfüllen, sind stets 
die zusanimengehörigen Paare von einander entsprechender Bildung. Zu- 
erst nämlich, vor dem Beginn der Nische, findet man ein Paar Pfeiler, 
wiederum viereckig, mit gegliederten Ecken und Halbsäulclien, doch hier 
die Seitenfläehen nicht breiter als diese Halbsäulchen. Dann folgen ein 
Paar Säulen, deren Schäfte mit verschiedenartig gebildeten, gewundenen 
Kanclluren versehen und deren Kapitale mit reichem Rankcn- und Blätter- 
wverk geschmückt sind. Das dritte Säulenpaar besteht zum grössercn 'i'hei1 
aus einer neuen Restauration. Das hohe Deckgesims, welches diese Säulen 
und P1131191 des Mittelschiffcs bekrönt, ist wiederum mit dem mannigfaltig-
        

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