Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1489330
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Zll 
Schlosskirche 
Quedlinburg etc. 
südlichen Kreuzgiebels findet sich die Jahresbezeichnrlng 
1413 (mit neugothisehen Buchstaben geschrieben), mit 
welcher eine später erfolgte Restauration des Aeusseren 
bezeichnet sein dürfte. (lnschriftemwelche die Gründungs-. 
überhaupt die eigentliche Erbauungszeit von Gebäuden 
nennen, findet man durchweg nur am [lntertheil der- 
selben.) 
Der neben der Kirche befindlich gewesene Kreuzgang 
ist in neuester Zeit, sammt andern Gebäuden des weiland 
mächtigen Klosters, grösstentheils abgebrochen. Zunächst 
an der Kirche war er gothisch; gegenüber, neben dem 
ehemaligen Bibliothekgebäude, finden sieh jedoch noch 
einige Reste (lesselben, welche der älteren Anlage ange- 
hören und in einigenDetails an den Styl der Kirche von 
Frose erinnern. Die hier befindlichen Ilalbsänlen haben 
nämlich abgestumpfte Würfelkapitäle mit ähnlichen V0- 
lutenartig gekrümmten Reifen und an den Deekgliedern 
wiederum die Verzierung jenes cigenthümlichen Korb- 
geflechtes. 
Die 
Klosterkirche 
Zll 
Drübeck. 
Das Kloster Drübeck ist im letzten Viertel des neunten Jahrhunderts 
von der Grätin Adelbrin gestiftet und von deren Brüdern, den Grafen Theti 
und Wikker ferner ausgestattet worden, worauf König Ludwig der Jün- 
gere, am 26. Januar 877, zu Frankfurt eine Befreiungs- und Immunitäts- 
Urkunde für dasselbe ausfertigen liess. An späteren Urkunden über das 
Kloster ist für unsern Zweck nichts Bedeutendes vorhanden. Heinrich II. 
nennt es "im Jahr 1004 ninsigne monasteriumft In der ersten Hälfte des 
zwölften Jahrhunderts stand Drübeck in dem Rufe grösserer Zucht und 
Ordnung, und der Landgraf von Thüringen sah sich bewogen, seine Toch- 
ter dahin zu geben (es war ein weibliches Stift), so dass es auch in dieser 
Zeit bedeutende Mitte] besessen haben dürfte 1). 
Die Kirche, in jenem mehr entwickelten Basiliken-Styl erbaut, gehört, 
ihrer ursprünglichen Anlage nach, in die zweite Hälfte des elften Jahr- 
hunderts (vergl. oben). Doch hat sie im Laufe der Zeit bedeutende Ver- 
änderungen erlitten. Zunächst nemlich ist mit ihr in der Periode des aus- 
gebildeten byzantinischen Styles (in der zweiten Hälfte des zwölften Jahr- 
hunderts) eine fast durchweg umgcstaltcnde Veränderung vorgenommen 
worden, so jedoch, dass man hier immer noch das Ursprüngliche erkennen 
kann. Sodann ist der Chor in gothischem Style, jedoch einfacher Art, 
neugebaut,  endlich sind in neuerer Zeit die Seitenschitfe und die Flügel 
1) Nach brietiichen Mittheiluxigen des IIrn. RegDirektors Delius zu Wer- 
nigerode, aus den im dortigen Archiv beündlichen Urkunden. (Weitere hiitthei- 
lungen über die Kirche zu Drübeek s. bei Puttrich a. a. 0., Abth. II., Bd. 11-, 
Lief. 17, 18, Puttrich stimmt meiner Vermuthung bei, dass die Säulen der 
Krypta dem im 12. Jahrhundert vorgenommenen Umbau angehören. Die in seinem 
36762116 enthaltenen Abbildungen der Kapitäle verstatten hierüber kein bestimmtes 
n eil),
        

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