Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1489311
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ZU 
Schlosskirche 
Quedlinburg etc. 
menjenen Deckgesimsen entspricht, welche wir bereits im Zitter der Quedlin- 
burger Schlosskirche bemerkt haben.  Die grosse Nische des I-lochaltares 
ist noch vorhanden; an den Flügeln des (Qnersehitfes bemerkt man keine 
Nischen der Art, und es scheint fast, als ob hier überhaupt keine solche 
vorhanden gewesen sind. 
Vornehmlich interessant ist hier dießogenstellung des Schiffes, in welcher 
je eine Säule mit einem Pfeiler wechselt, und zwar so, dass auf jeder Seite 
drei Säulen und zwei Pfeiler zwischen ihnen vorhanden sind. Die Pfeiler 
erscheinen hier als die Irlaupttheile der Anlage, indem sie unter sich und 
mit den Wandpfeilern. welche auf jeder Seite die Bogenstellung beschlies- 
sen, durch grosse Halhkreisbögen verbunden sind; innerhalb dieser grossen 
Bögen, und um etwas vertieft, sind sodann erst die kleineren-Bögen ange- 
ordnet, welche die Pfeiler mit den zwischen ihnen befindlichen Säulen ver- 
binden,  eine Anordnung, die sowohl dazu dient, die schweren Massen 
der von den Bogenstellungen getragenen Wände leichter zu machen, als sie 
überhaupt dem ganzen Schiffe den Eindruck einer grösseren Kraft und 
Freiheit gewährt. Die Säulenkapitäle sind verschieden gestaltet. doch so, 
 
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dass immer die beiden gegenüberstehenden dieselbe Form haben. Die eine 
dieser Formen ist eine, etwas rohe Nachahmung des korinthischen Kapi- 
täles (sogar mit den Kelchen, aus denen die Voluten emporsteigen), in jener 
Weise, wie die einfacheren Kapitäle der Quedlinburger Unterkirche gebildet 
sind; die zweite Form ist auf eine eigenthümliche YVeise mit gewundenen, 
theils Voluten-artigen, theils Muschelähnlichen Verzierungen versehen; die 
dritte mit einem Ranken- und Blattwerk geschmückt, welches bereits an die 
Blattformen des byzantinischen Styles erinnert und namentlich dem Ranken- 
werk an der Brüstung des in der Kirche von Wester-Gröningen bei-ind- 
lichen Einbaues entspricht. Die Basen der Säulen und Pfeiler sind 
attiseh mit stark erhöhtem unteren Pfühl (soweit sich dies bei dem 
gegenwärtig erhöhten Boden der Kirche erkennen lässt]. Die Säulenbasen
        

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