Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1489028
Geschichte der Schlosskirche. 
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gehgetes Chyistugbild, eine Bernsteinkapsel, drei elfenbeinerne Kasten mit 
den Reliquien, einen silbernen vergoldeten Adler, fünf Crystallschalen, eine 
Schale von Gold, 53 goldene Behä]_tn1S5e' In Jener Zeit S011 auch Otto der 
Dritte seiner Schwester Adelheid einen goldenen Stab übersendet haben 1). 
Manche von diesen Dingen scheinen noch unter den 1m Zitter aufbewahrten 
Altgl-Lhümßrn vorhanden zu sein.   
Die Aebtisgin Agnes, um 1200, hat nach ihrer eigenen Angabe 2), ausgel- 
einer goldnen Schale und Krone und 24 Mark, die sie zum Decken des 
Münsters ausgab, der Kirche zwei Rücklaken von Seide, ein Rücklaken 
hinter dem Kreuze, ein Rücklaken an einer Seite des Chors und Tapeten 
vor dem Hochaltar geschenkt. Von ihrer Kunstfertigkeit wissen auch die 
Chronisten zu erzählen. "Agnes, sagt Winnigstädtß), soll eine gute Schrei- 
berin gewesen sein, die viel Bücher in ihrem Ainte mit schönen Gemälden 
und vergüldeten Buchstaben geschrieben pro divino officio, dazu auch viel 
herrliche Teppiche und Rücklaken oder Dorsualia gewirkt, die man noch 
im Dom zu Halberstadt zu St. Johanuis und in andern Kirchen findet." 
„Diese Aebtissin, sagt ein anderer Chronistt), hat bei ihren Zeiten schöne 
Bücher mit ihren eigenen Händen geschrieben und hat sie mit Figuren 
schön illuminirt; ingleichen köstliche Teppiche mit ihren Jungfrauen ge- 
würkt, so von 24 Schuh lang, und 20 breit, darauf die ganze Philosophie 
gewürket und genähet war, welche solltenx dem Papst nach 30m geschickt 
werden, aber es ist nach dem verblieben. Und sind noch jetzo zu finden 
in der Stiftskirche, und waren ausgebreitet auf dem hohen Chor." Auch 
von diesen sind noch Ueberreste vorhanden. 
 Ermgard von Kirchberg, die wir oben bereits erwähnt haben, trug auch 
das Ihre zur Zierde der Kirche bei. „Sie gab einen Teppich," sagt Win. 
nigstädtö), Hund köstlich Rücklaken, auch zum Bau des Münsters 40 Gül- 
dcn und 24 Gülden ad ornamenta S. Servatii, ferner eine grüne Kapsel mit 
Gold durchzogen, mit 6 Alben, zwei Krüge mit zwei Saphiren, einen herr- 
lichen Vorhang von Gold und Perlen, mit einer köstlichen Leiste, dess- 
gleichen auch Messingsformen den Feuerwächtern zu gebrauchen mit einem 
Deutschen Passional und einer Hcbemutter in Silber gefasst zum gemeinen 
Gebrauch; sie liess den einen Theil des Münsters wieder bauen und gab 
ein Kleinod von Gold, wie ein Herz, darinnen ein Heiligthum, und hänget 
am S. Dionysii Daumen mit einer güldenen Kette; noch gab sie in den 
Chor ein wohlgeschriebcn Gradnalbuch, item einen Sarkk von Elfenbein 
und beschlagen mit ihren Kleinodien, von ihren silbernen Bechern und dem 
Holze, so in Silber gefasst war." 
Auch Anna von Planen war nach dem Chronistenß) nwohlthätig und 
 Ditm. Merseb. II, p. 356. Leibn. "Caesar piis assensum praebens desi- 
deriis, amitae suimet necem deflet et Abbatiam dilectae suimet germanae per 
Becelinunm, portitorem, virga a longe nolnmisit aurea et ut ab Episcopo benedi- 
ceretur Arnulpho praecapit."  Vergl. in J. Grimm's Deutschen Rechtsaltar- 
thümern, S. 133, Lang. Reg. I, '16: „haculum in testimonium perpetuum ibi 
relinquitf  und Fantuzzi, 6, 263, Urkunde vom J. 996. 
z) Urkunde bei Erath p. 109 sq. n. XL.  
3) bei Abel S. 493. 
4 ronik der Stiftsbibliothek S. 68. 
) Oh 
5) bei Abel, S. 505.  
6) Ebendas. S. 507-
        

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