Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488945
Geschichte 
der 
Schlosslärche. 
575 
aus der Quedlinbnrgischen entlehnt und ungenau wiedergegeben habe) 1); 
 oder es war von der Aebtissin Mathilde neben das ältere Gebäude, 
welches vorerst stehen blieb, ein neues gesetzt Wßrden, welches zur Er- 
weiterung des kirchlichen Raumes dienen Sollte und 1m Jahr 997 vollendet 
wurde, und erst nach dessen Vollendung fand ein Umbau des älteren Ge- 
bäudes Statt, welcher im Jahr 1021 zu Ende gebracht W31" Einige Um- 
stände, von denen weiter unten, scheinen für die grössere Wahrscheinlich- 
keit der letzteren Annahme zu sprechen. 
Die Kirche stand nicht lange unversehrt, indem sie im Jahr 1070 nach 
dem Zeugniss Lamberts von Aschaffenburg mit allen daranstossenden Ge- 
bäuden in Brand gerieth und in Asche gelegt wurde 2). Leider ist diese 
Nachricht so in den allgemeinsten Ausdrücken auf uns gekommen, dass man 
durchaus nicht sieht, 0b von dem alten Gebäude irgend etwas und was 
vielleicht davon erhalten worden sei. 
Im Jahr 1129 aber am dritten Plingstfeiertage feierte der König Lothar 
in Quedlinburg das Pfingstfest und wohnte bei dieser Gelegenheit der feier- 
lichen Einweihung der Kirche des heil. Servatius bei, welche dies Mal 
nicht von dem Bischof von Halberstadt-l), in dessen Sprengel Qnedllnbnrg 
lag, sondern von den Bischöfen von Hildesheim und Minden vollzogen 
wurde 4]. 
Nach diesen Ereignissen wird uns erst in beträchtlich späterer Zeit, im 
Anfange des vierzehnten Jahrhunderts, der Umbau des (Ühores der Schloss- 
kirche berichtet. Die an demselben befindliche wichtige Inschrift ist be- 
reits im Obigen mitgetheilt worden. „Diese fromme Aebtissin (Jutte), sagt 
Winnigstädts), hub an, den neuen Chor zu bauen an das Münster und voll. 
brachte ihn im Jahr 1320, worinnen sie auch begraben liegt." Auch hier 
ist eine nähere Nachricht über die Gründe des Neubaues nicht vorhanden. 
Nur wissen wir. dass nicht die Aebtissin allein den Bau auf ihre Kosten 
ausgeführt hat. Denn in dem vorhin angeführten Aktenstück lesen wir6)' 
"Den Altar S. Annae hat ein wohlthätiger und Gottliebender Bürger all- 
hier zu Quedlinburg, Bernhard von Beckheim der Alten Stadt Bürgermeister 
pia affectione gestiftet, mit schönen Aeckern und andern Einkommen mit 
Einwilligung seiner ehelichen Hausfrau, Cunegundis genannt, reichlich be- 
gabt. Derselbe Bernhard v. B. hat auch damals das bune (bunte) Fenster 
gleich hinter dem hohen _Altar ufm hohen Chor des Neuen Münsters in der 
Stiftskirchen auf seiner Unkost auch machen lassen, darinnen auch gar unrn 
 Solche Ungenauigkeiten sind sehr h" ü. S   
Herzogs Ludolf für Gandersheim lesen wir agcäesiagmgagongtrmäger Exflinde des 
Strllere coepimus" s. Harenberg 1. 1. p. 61 n [uns ur "Bon" 
z) „Augustissimum in Quidelenburg tenl  
   plumcumo b   
(mcertum dlvma ultlone, an fortuita calamitate) incensummtä {ä 231g? 15 aedlncns 
tum est." Lamb. Schaifnab. ad a. 1070 cfr Corneri ch q cmeres reqac- 
I, P. aus sßq.  '  m" aP- Ecßard SCHN- 
3 S äter sind Streiti ke't "b d'  
N. Xänä g 1611 u er 1ese Dlnge ausgebrochen, s. Erath S, 96, 
 .1) Rex Pascha Goslariae celebrat et Pentecosten Quidelingeburch. mm] t 
numque S. Servatii ipso instituunte consecratum et dedicatum est f  a5 B- 
ab Episcopis Hildesheimensi et Mindensi." Chronogr. et Annal Sanoerää secunda 
Chron. Montis sereni ad a. eundem. a" 112a 
5) bei Abel S. 500. 
G) Galendarium Servat. p. 137,
        

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