Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488938
574 
Schlosskirche 
Quedlinburg etc. 
Einweihung erwähnt, redet auf das Bestimmteste davon, dass Arnulf die 
vollendete Kirche geweiht habet). Dennoch erzählt derselbe Quedlinburgische 
Chronist unter dem Jahre 1021 von einer zweiten Einweihung der KifChei 
ohne zu erwähnen, dass zwischen 997 und 1021 irgend ein Unglücksfall 
der Stiftskirche gefährlich geworden wäre, oder gar ihr den Untergang ge- 
bracht und einen Neubau nothwendig gemacht hätte. 
Jm Jahr 1021, sagt er z), war Kaiser Heinrich der Zweite in Halber- 
stadt. Hier entschloss er sich, wiewohl es ihm unerwartet und wider 
Vermuthen geschah, die Aebtissin Adelheid, seine Enkelin, zu besuchen 
und bei der dortigen Weihung der Hauptkirche gegenwärtig zu sein. Mit 
ungemeinem Glanze wurde diese im Beisein des Kaisers und seiner Ge- 
mahlin und in Gegenwart der vornehmsten Fürsten und Prälaten des Reichs 
und einer grossen Menge Volks und zwar am 24. September vollzogen. 
Arnulf, Bischof von Halberstadt, weihte den Tempel und den Hochaltar zur 
Ehre der heiligen Dreieinigkeit, der Jungfrau Maria, Johannes des Täufers, 
des Apostels Petrus, des Stephanus, Dionysius und Servatius. Der Erz- 
bischof Gerowon Magdeburg weihte in der Mitte der Kirche den Altar 
des heiligen Kreuzes, welcher zugleich vielen Heiligen gewidmet war, näm- 
lich dem Laurentius und Pergentinus, Laurentius und Vincentius, Blasius, 
Christophorus, Erasmus, Cosmes und Damianus, Clemens und Mauritius. 
Den südlichen Altar weihte Meinwerk, Bischof von Paderborn, zur Ehre 
des heiligen Liborius, aller Heiligen und Auserwählten Gottes, des h. Vic- 
tor, Candidus, Exuperius, Mauritius, Hippolytus, Pantaleon, Cyriacus, und 
Adrianus. Den nördlichen Altar weihte Bischof Elward von Meissen zur 
Ehre des Apostels Bartholomäus und aller Apostel, Evangelisten und Schüler 
des Herrn. Im Westen waren zwei Altäre, einer südlich, ein anderer nörd- 
lieh. Jener war dem heiligen Remigius und Cyriacus und andern Heiligen, 
dieser den heiligen Jungfrauen Stephana, Laurentia, Justa, Pusinna u. a. 
geweiht. Jeder Altar bekam einen reichen Schatz von Reliquien, welchen 
der Chronist ausführlich und genau beschreibt. Zum Andenken an seine 
Gegenwart bei dieser Feierlichkeit machte der Kaiser dem Hauptaltar, den 
er selbst kurz als den Altar Gottes des Allmächtigen, des heil. Servatius 
und vieler anderen Heiligen nennt, ein nicht unbedeutendes Geschenka). 
Da diese Einweihung nur einige zwanzig Jahre später erfolgte, als die 
vorige, und wie gesagt, nicht das Geringste von einem Unfalle, der die 
Kirche injener Zeit betroffen hätte, bekannt ist, während doch die Quedlin- 
burgische Chronik in jener Zeit unversehrt auf uns gekommen ist, und jede 
Kleinigkeit aufgezeichnet hat, die das Stift betraf, so haben wir hier nur 
die Wahl zwischen zwei Erklärungen. Entweder bezieht sich die im Jahr 
997 erwähnte Einweihung nur auf die Gründung des Neubaues (und dabei 
würde anzunehmen sein, dass die Halberstädtische Chronik ihre Nachricht 
1) „Eodem anno monasterium in Quidelingeburg latiori et altiori modo, 
quam prior fuisset structura, perfectum, Arnolphus Episcopus, confaveutibus 
Archiepiscopis et Episcopis compluribus, VI Jdus INIart. divina favente clementia 
dedicavit." II, p. 119 Leibu. 
z) Chron. Quedl. II, p. 292 saq. Leibn. 
3) "altari in honore Dei omnipotentis et S. Servatii confessoris alißfumqll? 
plurimorum sanctorum consecrato, cuius dedioationi interfuimns." Urkunde bßl 
Erath, S. 61.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.