Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488842
Geschichte der Schlosskirche. 
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Chronisten erzählen, und jene Urkunde zu beweisen scheint, die einer eur- 
tis Quitilinga gedenkt), und dass der Name der Burg dem Orte erst beige- 
fügt worden sei, nachdem er durch die Bßfestiglllfg des Berges Zll einen 
Solchen geworden Wart), so würde anzunehmen sein, dass gleich in den 
ersten Jahren Heinrich jenen Bau angefangen habe, da schon in einer Ur- 
kunde vom 20. Februar 922 der Name Quedlinbulg Yerkemmt z)- Allein 
Beides bleibt unsicher. Dagegen Verlieh Heinrich im Jahr 929 Quedlinburg 
mit Pölde, Duderstadt, Nordhausen und_Gr0na als Wittwengut der Königin 
Mathilde 3) und übergab ihr ausdrücklich diese Orte mit Einschluss der 
Burgen, so dass es damals bestimmt eine solche schon bei Quedlinburg 
gegeben haben muss. Also ist es gerade in der Zeit gebaut worden, in 
welche,- nach 3111m Angaben der Schriftsteller Heinrich mit seinen Zu- 
rüstungcn gegen die Ungarn beschäftigt war. 
Nicht lange darauf begann dieser Kampf, zu dem sich Heinrich wäh- 
rend der Zeit des durch Tribut erkauften Waflenstillstandes vorbereitet 
hatte, und wurde glücklich zu Ende geführt. Da erst, als der furchtbarste 
Feind Deutschland überwunden, der Friede dem Reiche zurückgegeben, 
das Vaterland gerettet war, konnte Heinrich einer zweiten, ihm nicht min- 
der heiligen Pflicht genügen. Im Namen Gottes und der Heiligen waren 
die Watfenthaten geschehen; der beste Dank für den errungenen Sieg schien 
nach dem frommen Sinne jener Zeit die Stiftung heiliger Gebäude zu sein. 
Seit das von Rom aus verbreitete Christenthnm in den Herzen der Deutschen 
tiefere Wurzel geschlagen hatte, durchdrang immer mehr der Gedanke die 
Grossen und Vornehmen derselben, dass es ein höchst verdienstliches Werk 
sei, welches ihrem Leben Werth verleihen, ihnen ein ehrenvclles Andenken 
unter den Menschen und Gottes Wohlgefallen bewirken könne, wenn 
sie Kirchen und Klöster gründeten, und so zur Beförderung christ- 
licher Frömmigkeit etwas beizutragen versuchten. In einer auf eigene Kosten 
erbauten Kirche zu ruhen, erschien als etwas höchst Wünscheuswerthes, was 
Viele schon früh vrährend ihres Lebens zu erreichen suchten. Heinrich 1., 
welcher sich aus seinem Geschlechts zuerst zur Königlichen Regierung cm- 
porschwang, hatte schon das Beispiel seiner Ahnen, namentlich Ludolfs, 
des Gründers von Gandersheim, vor siehe). Aber erst gegen das Ende 
seines thatenreichen Lebens konnte er den Wunsch seines Herzens befrie- 
digen; und Quedlinburg war es, auf welches er mit seiner geliebten Ge- 
mahlin seine Blicke richtete; und nicht blos eine Kirche, sondern auch 
ein Kloster wollten sie erbauen. 
So ist der Ursprung der Schlosskirche Qnedlinburgs mit dem Helden- 
leben Heinrichs auf das Innigste verbunden. Auf einer Zusammenkunft 
mit den Sächsischen Grossen gegen Ende des Jahres 935 und auf einem 
Reichstage zu Erfurt im Anfang des Jahres 9365) berieth er sich nebst 
seiner Gattin Mathilde mit den Grossen des Reichslüber die neu zu grün- 
dende Familienstiftung, und kam mit ihnen dahin überein, sie in Quedlin- 
burg zu errichten, das verfallene Nonnenkloster zu Winethahusen bei Thale 
 S. Ranke über den Ursprung Quedl. 
z) Erath, P_ 1. 
3) Ebendas. p. 2. 
4) S. Harenberg historia Gandershem. 
Llldolfo Saxoniae oriental. duce S. 31. 
5) Vgl. Waitz, Heinrich I. S. 121. 
S. 13. 
diplomat. 
de 
in der Schrift
        

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