Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488721
Das 
l9l'6 der 
Oberkirche. 
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pitäle der Säulen scheinen grössefen TIICÜS, wie aus einigen erhaltenen 
und ans den Spuren an andern geschlossen werden darf, mit je vier gros- 
sen Adlern verziert gewesen zu sein. Eins dieser Kapitäle ist an Seinem 
unteren Theile mit Blatt. 
i,    t X611? eesqhmüclgr, und hat 
iliiftdftj "ikjirx i": wir-teil  iliuäervllgrlflelnerellögel 
täiigeit"! lt li     M". W ßn c en und noch 
 1:942. l  ' kleinere zwischen diesem 
'   l __l e-  Ü; Die _Kapitäle der beiden, 
in V (fälldglärä,ä'ägqßäll '0 Bierbar-x I; am westlichen Ende des 
 tilääääkkgkl Qwsfqäzfjinßßgv Schiiles stehenden Säulen 
ttt geh-aß  fwi 3'   (Grundriss, n und 0) sind 
"in;  J „J6l   von der Form eines unten 
 K,  e  f "t abgerundeten Würfels und 
v   tit   theils mit den, in flachem 
 (i, r  H, lt i  Belief gearbeiteten Figuren 
N K,  Q? vierfüssiger Thiere. theils 
   i) mitornarnentistischemZier- 
   
i; x  E rat und fabelhaften Men- 
I   schenküpfen verziert. (Der 
f  1  acliteckige Schaft der einen 
 dieser Säulen, 0, erscheint 
als Restauration späterer Zeit.) Die technische Ausführung der Kapitälc 
steht etwa mit den einfacheren Bildungen der Unterkirche auf gleicher 
Stufe, nur erscheinen sie noch um ein Bedeutendes roher. Letzteres könnte 
jedoch znm Theil dem grösseren Maassstabe, in welchem sie ausgeführt 
sind. zuzuschreiben sein; denn ohne Zweifel besessen die Steinmetzen  
wie ein verwandtes Verhältniss in der Malerei jener frühen 
I, Jahrhunderte ganz allgemein gefunden wird  nur ein be- 
 stimmtes Schema für die Arbeit, welches bei kleineren Maassen 
737r- den Gegenstand natürlich sauberer, bei grösseren Maassen schwer- 
 fälligerersclieinen lassen musste.  Die Basen der Säulen sind, 
 wie bei der Unterkirche, von attischer Form, doch ebenfalls 
; minder angenehm gebildet, indem bei ihnen die Kehle im Ver- 
 haltniss zu den beiden Pfühlen ein beträchtlich überwiegendes 
ßäßß Höhenverhältn n t n- Pf '1 a 
äßgyä.    iss a: ie el er _agegen (deren Deckge- 
f  simse, wie die der Saulen, gegenwärtig nicht mehr vorhanden 
y  SIIIKUUhEbGIIdalLlLISClIB Basen von einer ungleich reineren Form. 
f-ffjg, e er en eben besprochenen Bogenstellungen erheben 
ß-gelT-fw sich sodann die Wände des Mittelscliiffes, in welchen sich die 
"f f" Fenster betinden, die dem letzteren das Licht zi1g1-thei]en_ 
Sliulcnbnsis. Unter den Fenstern läuft ein Gesirns, als Fortsetzung des 
ähnlichen Dimension, welche den hölzernen Säulen des Altanes zur Basis dienen. 
Vielleicht gehören diese den in Rede stehenden Säulen an.  Noch ein andres 
merkwürdiges Säulenkapitäl fand sich auf dem Boden der Schlosskirche; dies ent- 
hält eine, zwar rohe und mit der Technik der übrigen ältesten Bautheile der 
Kirche übereinstimmende, aber vollständige Nachahmung der antik-ionischen Ord_ 
nung, sogar mit dem Eierstabe unter den Schnecken,  ein Umstand, der die- 
sem Architektur-Fragment einen in seiner Art einzigen Werth für die älteste 
deutsche Baugeschichte geben dürfte.
        

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