Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488585
Vorbemerkung. 
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werden kleiner, die Säulen mit Pfeilern hntermischt (zunächst nur, "um 
besondre Abtheilungen des Innern bfämßrkllßh 111 1113611611], d6r heilige Raum 
des Altares erweitert und durch 61116  geringere Anzahl von 
Stufen über die anderen Theile der KHChe erhoht- D16 Efwelterung, Oder 
besser: Verlängerung dieses heiligen 131111111651 gesßllßll, _S61t mfld? den Chor 
(den Aufenthalt der niederen Geistlichkeit), der früher. im Schiff der Kirche 
gelegen war, jenseit des Altares verlegt haue? dm Elhfmung flessenielhhaiifi 
eines Theils den Zweck, dem Altare und dem Altardlellßt 61116 fvurfhgelü 
feierlichere Erscheinung zu geben; andeTen Thellä erlelchiene Sle die AP- 
lage weitläufiger Gruftkirchenn deren man von dieser Zeit. ab zu mannig- 
fachen mysteriösen Feierlichkeiten, besonders zudem (rraber- und Reli- 
quien-Dienst, bedurfte. Die Gruftkirchen wurden in der Regel durch Sau- 
lenstellungen, mit Krenzgewölben überdeckt, geblldtöl- Diese? 8655190111"? 
Basilikenbau in seiner späteren Ausbildung fand denn auch mannigfaeh 
ausserhalb Italiens Eingang, und in Deutschland sind es vornehmlich die 
dem Harz auf der Ost- und Nordseite benachbarten Gegenden, in denen 
sich zahlreiche Beispiele desselben vorfinden. Wie in der Gesainnit-iänlage, 
so erkennt man an diesen auch in den architektonischen Details und den 
Ornamenten noch insgemein einen mehr oder minder deutlichen Nachklang 
antiker Bildun sweise. 
Seit dem sgechsten Jahrhundert, den Zeiten des Kaisers Justinian, hatte 
sich jedoch noch eine zweite Hauptform für die Anlage christlicher Kirchen 
ausgebildet, in welcher nicht ein'Langraum, wie das Mittelschilf der Basi- 
lika, vorherrschte, slondiern z; ein mittlereä Raum, gegi sich die übrigen 
rin s umher in versc ie ner eise unteror neten uii er durch eine von 
Pfälern getragene Kuppel überwölbt war. als der Kern und Mittelpunkt 
des Ganzen erscheint. Das erste bedeutendste Beispiel dieses Kuppel- 
systenies ist die Sophienkirclie zu Constantinopel, und es hat sich dasselbe 
vorzugsweise in der griechischen Kirche ausgebildet und erhalten, daher 
es speziell als das neugriecliische zu bezeichnen ist. Ansserhalb des ost- 
römischen Kaisertliums finden sich nur vereinzelte Beispiele desselben, wie 
in Deutschland etwa nur der von Karl dem Grossen erbaute Münster zu 
Aachen und die im vorigen Jahrhundert abgerissene Marienkirche auf dem 
Harlunger Berge bei Brandenburg (letztere ganz nach den einzelnen Be- 
dingungen der neugriechischen Kirche angeordnet) zu erwähnen sein dürften. 
Beide S steme blieben jedoch nicht ohne gegenseitigen Einfluss. Zu- 
nächst zeigteysich derselbe wohl darin, dass man bei den nach einer Kreuzes- 
form angelegten Basiliken, über der Durchschneidung des Querschiifes mit 
dem Mittelschiffe, ein Kuppelgewölbe anbrachte, wie eins der bedeutend- 
sten Beispiele der Art an der Kathedrale von Pisa gefunden wird. Doch 
blieb man bei dieser nur äusserlielien Verbindung verschiedenartiger Ele- 
mente nicht stehen. Man bestrebte sich, das gesammte System des Ge- 
wölbebaues mit der Basilikerxifoliim äu verliindenh ulnd dem oberen Theile 
des Gebäudes eine würdigere o en ung, a s so c e ei einer flachen Decke 
möglich ist, zu geben. Man überspannte zuerst die schmaleren Seitenschiffe. 
dann auch das Mittelschiff mit Kreuzgewülben und ward hiedurch freilich 
genöthigt, auch die tragenden und stützenden Gebäudetheile zu verändern, 
Kräftige Pfeiler traten somit vorherrschend an die Stelle der leichteren 
Säulen, Halbsäulen stiegen an den Pfeilern und Wänden empor, um als 
Träger der Gewölbgurte zu dienen; von der nrsprünglichen Basilika blieb 
nur noch die Gesammt-Anlage des Gebandes übrig. Mannigfach auch wagte
        

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