Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488480
der 
Leben 
ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer 
Baumeister. 
und 
533 
wirkt.  Ueber den Miniatur-lllaler A ttavante, den Vasari in der Bio- 
graphie Fiesole's rühmlich erwähnt und von dem er Miniaturen mit grosser 
Sorgfalt beschreibt, wird in einer ausführlichen Anmerkung ebenfalls Nä- 
heres berichtet, besonders in Bezug auf ein Praehivolles und mit grosser 
Schönheit ausgemaltes Missale, welches sich in der Königl. Bibliothek zu 
Brüssel befindet und mit seinem Namen und dem Datum der Vollendung 
versehen ist. 
Sehr dankenswerth sind ferner die Notizen, welche dem Leben A1- 
b erti's , den Vasari mit grosser Oberflächlichkeit behandelt, beigefügt sind. 
Sie betreiTen theils dasjenige, was mit Sicherheit über die Lebensverhält- 
nisse, den Charakter und die vielseitige Thätigkcit dieses merkwürdigen 
Mannes festzustellen ist, theils enthalten sie ausführliche Nachrichten über 
Albertfs Schriften, soweit letztere die Kunst betreffen. Diese Schriften, 
vornehmlich die über die Architektur (De re aedijicatoria lib. X.) und 
über die Malerei (De pictura Zib. III.  sind von grosser Wichtigkeit, be- 
sonders für den so eigenthümlichen Standpunkt jener Zeit, die letztere 
aber auch in allgemeinerßm Bezüge, und wir können den Wunsch des 
Herausgebers  dass dieselbe für unsere Zeit bearbeitet werden möge  
nur theilen. 
Endlich ist noch der Biographie des Antonello da Messina zu 
gedenken, die wiederum über das Leben und über verschiedene Werke 
dieses Künstlers manches Neue gicbt. An diese sehlicssen sich Bemerkun- 
gen über den weiteren Einfluss der alttlandrischen Kunst auf die italieni- 
sche, sowie Nachweise von Bildern der ersteren, die schon früh nach Ita- 
lien hinübergeführt wurden, an. Im Leben des Alessio Baldovingtti 
wird noch weiter der ebengenannte Einfluss dargelegt.  
Wie bereits bemerkt, können die namhaft gemachten Mittheilungen 
nur als einzelne Beispiele, die wir aus der reichen Fülle des Ganzen her- 
ausgegriffen, betrachtet werden. Wir haben schliesslich nur noch den 
Wunsch auszusprechen, dass nunmehr durch rasches Förderniss die deutsche 
Ausgabe des Vasari bald ihrer Vollendung entgegengcführt werden möge. 
Wie wir indess vernehmen, ist die zweite Abtheilung des zweiten Bandes 
ebenfalls bereits unter der Presse, so dass auch deren Erscheinung in Kur- 
zem zu erwarten sein dürfte. 
Joseph 
Werner 
und 
Ludwig 
XIV. 
Unter den Zeitgenossen Lebruns, unter denjenigen Künstlern, welche die 
prunkvolle, weiland hochgepriesene Periode Ludwigs XIV. bezeichnen, 
wird Joseph Werner aus Bern (geb- 1537, gest. 1710) mehrfach als 
einer der bedeutendsten genannt. Für Berlin hat er das besondere inte- 
ressc, dass er unter den ersten Direktoren der hiesigen Kunst-Akademie 
und bei Gelegenheit der künstlerischen Unternehmungen zur Zeit des ersten 
Königes von Prenssen eine? wenngleich nur vorübergehende Rolle spiglm 
Seit; einiger Zeit befindet sich die Berliner Akademie im Besitz eines son- 
derbaren Oelgemäldes von Werner, das, Wßnn freilich auch weniger durch
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.