Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488451
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Kritiken. 
Berichte und 
und als Mittheilungen andrer Kunstforscher, namentlich des Hrn. Dr. Gaye) 
zum möglichst vollständigen Nachweis über die im Text namhaft gemach- 
ten Kunstwerke und Künstler, sowie zur Berichtigung der in demselben 
vorhandenen Irrthümer beigebracht sind. wobei jedoch mit Absicht (und 
nur bis auf die einzelne nothwendige Ausnahme) alles weitläuiigere Rai- 
sonnement, welches das Interesse des Lesers_von der Hauptsache, dem 
Texte Vasarfs, abwenden dürfte, vermieden ist." Alle diese Umstände die- 
nen wiederum dazu, der deutschen Ausgabe wesentliche Vorzüge vor den 
früheren zuzuertheilen, selbst vor der neuen Florentiner Ausgabe in Einem 
Bande (welche seit 1832 bei Passigli in Florenz durch einen Verein von 
Gelehrten besorgt ist), _obgleich allerdings die Resultate der letzteren  
wenigstens von der zweiten Hälfte des vorliegenden Theiles ab  eben- 
falls das Material zu manchen wichtigen Bemerkungen, in Bezug auf die 
jetzigen lokalen Zustände (besonders von Florenz] und in Bezug auf selt- 
nere italienische Schriften, darboten, was auch der Herausgeber anerken- 
nend bevorwortet. 
Auf eine Uebersicht des Einzelnen dieser neuen Bemerkungen des 
zweiten Theiles (welcher vornehmlich den Künstlern aus der ersten Hälfte 
des 15. Jahrhunderts gewidmet ist), können wir hier natürlich, da sie eben 
in lauter gesonderte Einzelheiten zerfallen, nicht näher eingehen. Nur 
einige der wichtigeren namhaft zu machen, möge verstattet sein. Zu die- 
sen gehört vornehmlich eine ziemlich ausführliche Anmerkung, welche der 
Herausgeber der Einleitung, mit der Vasari seinen zweiten Theil eröffnet, 
angehängt hat. Vasari giebt hier eine Uebersicht des Entwiekelungsganges 
der italienischen Kunst bis auf die Blüthenperiode der letzteren, um den 
Standpunkt, aus dem er seine Urtheile verstanden wissen will, festzustel- 
len. Natürlich aber konnte er selbst, da eines Theils die Kritik überhaupt 
nicht sein Amt und da er andern Theils noch zu sehr in dem Standpunkte 
seiner Zeit befangen war, zu keinem wahrhaft durchgreifenden Gesarnmt- 
Ueberblick gelangen; besonders die Erscheinungen in der Entwickelungs- 
Geschichte der italienischen Architektur, die zum grossen Theile nur 
durch ausseritalienische Einflüsse zu erklären sind, konnten für ihn nicht 
in derjenigen Klarheit heraustreten, in der sie- was wenigstens die 
Grundzüge dieser Entwickelung anbetrifft  uns gegenwärtig bereits vor- 
liegen. Diese Mängel zu verbessern und den Leser auf ein freieres Urtheil 
über das Folgende vorzubereiten, dient die genannte Anmerkung; sie er- 
füllt ihren Zweck in einer so klaren, anschaulichen und gediegenen Weise, 
dass wir Mühe haben würden, eine ähnlich gehaltreiche Uebersicht der 
Entwickelungs -Geschiehte der italienischen Kunst in ihren verschiedenen 
Zweigen nachzuweisen. Bei dieser übersichtlichen Zusammenstellung aber 
kommt zugleich auch Manches zur Sprache, worauf bisher, bei gesonderter 
Betrachtung der einzelnen Zweige, wohl noch nicht ein genügendes Ge- 
wicht gelegt ist, so namentlich der Umstand, dass mit der Wiederauf- 
nahme des antiken Systems in der italienischen Architektur die früherhin 
übliche Dekorirung der Gebäude durch Sculptur -Werke (bis auf einzelne 
Ausnahmen) aufgehoben, hiedureh aber eines Theils eine wenig günstige, 
in der Folge sehr manierirte Ueberladung durch architektonisches Orna- 
ment begründet, andern Theils die Sculptur aus ihrem, oft (und beson- 
ders im Relief) so nothwendigen Bezuge zu den Gesetzen der ArehitektllY 
herausgerissen wurde. Auf das, was der Verfasser hier über das Allg?" 
meine der Entwickelungs-Geschichte vorgetragen, wird 801181111 mehrfach m
        

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