Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488443
und Baumeister. 
Bildhauer 
Leben der ausgezeichnetsten Maler, 
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Wie wir Deutschen uns aber, bereits seit geraumer Zeit, das gute Recht 
erworben haben, die grossen literarischen Erscheinungen des Auslandes 
auch unserer Literatur anzueignen, S0 hat YOI manchen anderiiiVasari, den 
die Italiener ihren Classikern zuzahlen und dessen Publikum sich über ver- 
schiedene Kreise erstrecken dürfte, wohlbegründeten Anspruch auf diese 
Auszeichnung. Freilich ist eine Uebersetzu11g Seines Werkes nicht eben 
eine leichte Saehe, Es hemmt bei ihm _nicht blos auf den Gegenstand, 
nicht blos auf richtige Uebertragung (168 51111195, 8011116111 1111611 auf die ihm 
eigenthümliche Form des Ausdruckes, auf seine ebenso gemüthliche wie 
gemäehliehe Weise des Vortrages an. Bei einem Autor wie z. B. Lanzi 
mögen dergleichen Rüeksiehten wegfallen; und wäre es etwa nur die 
Deutschthümelei (nicht auch häufiges Missverständniss), was der deutschen 
Uebersetzung von dessen Geschichte der Malerei einen etwas curiosen An- 
strich giebt, so könnte man sich hier, wo die Form unwesentlich ist, cher 
darüber wegsetzen; bei einer Uebersetzung Vasarfs würde ohne Berück- 
sichtigung der letzteren ein wesentlicher Vorzug verloren gehen. Die von 
Hrn. Schorn herausgegebene Uebersetzung aber geht Absichlt und Lilebe 
auf diese Ei enthümlichkeit des Oriwinales ein, un er treu ierzige  on 
desselben, EEIS dem ein Mensch undönicht blos ein wissenschaftlicher Ap- 
parat zu uns spricht, scheint uns sehr lücklich wiedergegeben, im zwei- 
ten Theil, wenn wir nicht sehr irres, noch freier und leichter als im 
ersten. Dabei ist zugleich das richtige Verständniss des Einzelnen auf 
keine Weise versäumt. 
Da es jedoch in wissenschaftlicher Rücksicht bei Vasari zugleich sehr 
wesentlich auf die Berichtigungen des Textes und auf anderweitig nöthige 
Ergänzungen desselben ankommt, so müssen diese natürlich auch bei einer 
Uebersetzung, die nicht blos der Lektüre, sondern vornehmlichtdem Studium 
gewidmet sein will, bestimmt in's Auge gefasst werden. Die Italiener ha- 
ben es sich mehrfach angclegen sein lassen, Bemerkungen solcher Art zu 
seinen Biographieen zu liefern, und hierin bereits viele dankenswcrthe No- 
tizen, oft aber auch sehr überflüssigen Ballast mitgetheilt. Der deutsche 
Herausgeber hatte demnach schon den ersten Theil der Uebersetzung so 
eingerichtet, dass .nur das wesentlich Wichtige aus diesen Bemerkungen 
(mit Angabe der einzelnen Quellen) herausgehoben und demselben sodann 
dasjenige, was neuere Arbeiten und eigne Studien darboten, angefügt 
wurde. Aehnlich ist sein Verfahren auch im vorliegenden zweiten Theile; 
doch hat er hier, um sich noch kürzer und übersichtlicher fassen und 
manche Wiederholungen vermeiden zu können, die Bemerkungen der frü- 
heren Herausgeber frei in das Eigne verarbeitet und jene nur da, wo sie 
als Autorität nothwendig schienen, namentlich angeführt:  ein Verfahren, 
dem wir, da es natürlich den Handgebrauch des Buches erleichtert, nur 
beistimmen können. Schon dies Praktische der Einrichtung giebt der deut- 
schen Ausgabe des Vasari einen bestimmten Werth vor den früheren: we- 
nigstens sind uns hier, in den Anmerkungen des zweiten Theiles , kaum 
ein Paar Zeilen aufgestossen, die wir, als nicht zur Sache gehörig, lieber 
ebenfalls ausgemerzt gesehen hätten. 
Wichtigdsr aber ist es, dass überhaupt diese Anmerkungen aus dem 
freieren Standpunkte, den die deutsche Kritik vor der italienischen ein- 
nimmt, hervorgegangen, dass mit durchgreifender Umsicht alle Hülfsmittel 
welche der ersteren zu Gebot stehen, benutzt und ausscr diesen viele we- 
sentlieh neue Bemerkungen (aus den eignen Reisenotizen des Herausgebers 
Kugler, Kleine Schriften. I. 34
        

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