Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488403
La Reale Galleria di Torino, 
Gtß. 
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In diesen finden wir die Werke 21118 der Periode des siebzehnten 
Jahrhunderts  Italiener der eklektischen Schulen und Niederländer  
vorherrschend. An Gemälden aus der ETOSSQ" Blüthezeit der italienischen 
Kunst, aus den ersten Decennien des sechzehnten Jahrhunderts, an Ge- 
mälden früherer Perioden scheint die Ganßrie Somit keinen sondcrlichen 
läeichÄhgm zudhaben. Nur EinJGlemäldäe guter den märgßgieilten (gehört in 
en n ang es sechzehnten a riun Y S,  9111 er von er Hand 
des Gaudenzio Ferrari, den man gewöhnlich den Mailändern zuzählt. 
(Der Herausgeber, patriotisch gesonnen, bestreitet diesen Gebrauch und 
zählt ihn. in Rücksicht auf seinen Geburtsort, der geringfügigen Zahl sa- 
voyischer Künstler zu.) Es ist ein sehr interessantes Gemälde: Der Leich- 
nam "Christi auf dem Schoosse der Mutter, von den heiligen Frauen und 
den übrigen Freunden beklagt, denen sich einige spätere Kirchenheilige zu- 
gesellt haben. Die ganze Auffassung der Composition weicht auffallend 
von denjenigen Gemälden Gaudenzio's (meist Fresken) ab, die sich in 
der Gallerie der Mailänder Brera befinden und in denen sich die Einflüsse 
der römischen Schule bereits deutlich erkennen lassen: Hier ist noch un- 
gleich mehr Verwandtschaft mit der Richtung des Leonardo da Vinci, un- 
gleich mehr alterthümliches Element; namentlich die Gewandung, obgleich 
sie in einzelnen grossen Würfen die eigenthümliche Fassung Gaudenzios 
bezeugt, hat mehr alterthümliche Strenge, als in jenen Werken bemerkt 
wird. So ist auch die Gruppirung noch von grosser Einfachheit: die vor- 
deren Gestalten um den Leichnam des Erlösers her sitzend und knieend 
die hinteren wie im Halbkreise nebeneinander stehend, jeder für sich a 2' 
den Erlöser blickend, jeder für sich mit seinem eignen Schmerze beschäf- 
tigt. Dabei aber geht ein eigenthümlich schlichter Adel durch diese Ge- 
stalten; sie haben eine Reinheit und Schönheit der Gesichtsbildungen, 
eine Tiefe und Innigkeit des Ausdruckes, welche wiederum in Gaudenzio's 
späteren Werken nicht mehr in gleichem Maasse gefunden werden. Hierin 
besteht die Verwandtschaftt dieses Bildes mit Leonardo; die Richtung des 
letzteren ist in diesen Beziehungen ganz in ähnlicher Weise erfasst, wie 
m den Werken Sodomafs; ja es hat das ganze Bild, auch in der Anord- 
nung der Composition, auffallende Aehnlichkeit mit einem Gemälde von 
Sodoma, welches sich im Berliner Museum befindet und denselben Gegen- 
stand darstellt. Ueber die Entwickelun s-Verhältnisse Gaud nz" ' 
sich solcher Art in diesem Bilde aussprgechen, haben wir rings: ivdedi]: 
weitläufigen Texte, der demselben beigegeben ist, vergebens irgend einen 
näheren Aufschluss gesucht. 
Die übrigen der bis jetzt mitgetheilten Werke gehören, wie bereits be- 
merkt, der s äteren Zeit der italienischen Malerei an. Aus der s äteren 
Zeit der Mailänder Schule werden vorgeführt: Ein Altargemäldir von 
Giul. Ces. Proccacini, der heil. Franciscus und der heil. Carl Borro- 
mäus, welche die Statue der heil. Jungfrau anbeten, ein Bild von mitt- 
lerem Werthe.  V01! Danfele prespl ein nicht uninteressantes Bild, 
der heil. Johann Nepomuk 1m Beichtstuhl, die Beichte der Königin von 
Böhmen, die auf der einen Seite des_ Stuhles knieet, anhörend, auf der 
andern Seite ein alter Mann. Es spricht sich darin eine erfreulich unbe- 
fanlgenedNatltilrnacthahmung außäälfttsgam agerkänachä es sixcrh, giiss die Ge- 
sie ter- er aup personen zur a ver ec srn   on orazzon 
ein widerwärtiges und nicht bedeutendes Bild, Fulvia mit dem Leichen? 
haupte Cicerds.
        

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