Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488372
Die 
Gemälde 
der 
Gallerie 
ZU 
Dresden 
Nachbildungen. 
in lithographischen 
(Museum, 
1837, 
Die vorzüglichsten Schätze der Dresdner Gemäldegallerie werden ge- 
genwärtig in zwei lithographischen Prachtwerken herausgegeben. Ueber 
die ersten Lieferungen des einen, welches im Verlag von J. Wunder in 
Leipzig erscheint und von französischen Lithographen ausgeführt wird, 
haben wir bereits in früheren Jahrgängen unserer Zeitschrift gesprochen. 
Das zweite Prachtwerk über die Dresdner Gallerie führt den Titel: 
Die vorzztglicltsten Gemälde der Königlichen Gallerie in Dresden, 
nach den Originalen auf Stein gezeichnet. Herausgegeben von Fr an z 
Hanfstaengl. Dresden, beim Herausgeber. Leipzig, in der Anstalt 
für Kunst und Literatur von R. Weigel. 
Dasselbe ist, seit seinem Beginnen im Jahr 1835, bereits rüstig vorge- 
schritten und legt in 7 vollendeten Lieferungen (deren die erste 4, jede 
der folgenden 3 grosse Blätter enthält) die iithographischen Nachbildungen 
von 22 Gemälden verschiedener Gattung vor. Die bei weitem grössere 
Mehrzahl der Lithographieen rührt von der Hand des rühmlichst bekannten 
Herausgebers her, wenige von andern Künstlern, unter denen zunächst, 
als Lithograph der Landschaften und Landschaft-ähnlichen Compositionen, 
Hr. Friedrich Hohe zu nennen ist. Die Technik in diesen Lithographieen 
ist durchweg höchst meisterhaft; es ist in ihnen (und ganz besonders in 
denen des Herausgebers) eine Tiefe, Fülle und Wärme des Tones, eine 
Klarheit und Freiheit der Behandlung, dass der Mangel der Farben ver- 
schwindet und das Auge des Beschauers den wechselnden Spielen der 
Farbe zu folgen glaubt. Mit grösstem Glück ist die charakteristische Be- 
handlungsweise der verschiedenen Meister wiedergegeben; der kräftige Vor- 
trag des Ann. Caracci, der weiche Schmelz Correggids, die Reinheit des 
tizianischen Pinsels, das wunderlich gefegte Wesen Rembrandts, die zier- 
lichste Sauberkeit eines Metsu, Netscher, G. DOW, die tüchtige Derbheit 
Ostadels u. drgl. mehr, Alles diess wiederholt sich in den vorliegenden 
Lithographieen in gclungenster Nachahmung. Dabei ist zugleich nichts 
Aengstliches oder Gesuchtes. Die Führung des Stiftes ist überall geistreich 
und frei, und wenn die Arbeit bei den Darstellungen des feineren Genre 
das zarteste, in einander geschmolzene Korn zeigt, so macht sich ander- 
weitig, wo eine so feine Ausführung nicht vorgeschrieben war, die sichere 
Grundlage freier Strichlagen bemerklich. Natürlich konnten solche Vor- 
züge, ein so gediegenes Eingehen in den Geist und Charakter der Origi- 
nale,  Vorzüge, auf welche das vorgenannte Werk, trotz der saubern Ar- 
beit der Lithographen, in ungleich geringerem Grade Anspruch hat,  
nur dadurch erreicht werden, dass überall unmittelbar nach den Vorbil- 
dern gearbeitet wurde. -Mit gerechtem Stolze aber müssen wir es anerken- 
nen, dass dies Unternehmen als ein rein vaterländisches auftritt, undndass 
Wir, nach so glänzender Beweisführung, nicht französischer Hülfß llßthlg
        

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