Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1488207
Le moyen 
äge pittoresque. 
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jedoch ist die Behandlung keinesweges leicht und etwa nur andeutend, 
sondern das Einzelne mit grosser Zartheit empfunden und ausgeführt In 
einer meisterhaften Manier ist der fröhliche Arabeskenrand des Ganzen 
behandelt, und durch eine freiere Führung der Nadel charakterisirt sich 
dessen Malerei (grau in grau auf goldnem Grunde) auf sehr ansprechende 
Weise. Die reizenden Eokbilder,  oberwärts zwei Sibyllen, nntnnwäns 
Zwei Heilige,  in denen besonders der raphaelische Geist ersichtlich wird, 
sind dagegen wiederum nicht minder zart als das Hauptbild ausgeführt; 
Möge sich doch Gelegenheit finden. dass noch manches Andre von den 
reichen Schätzen alterthümlicher Meisterwerke, welche die Gallerie des 
Berliner Museums einsehliesst, in ähnlicher Weise herausgegeben werde! 
die andern, ebenfalls so höchst anziehenden Werke aus Raphaels Jugend- 
periode (wir nehmen die Madonna aus dem Hause Colonna, als ein schon 
späteres Bild, aus) sind, wie das besprochene, bisher noch nie gestochen 
worden, und wie 'l'reffliohes ist ausserdem noch von andern Meistern vor- 
handen! Um nur ein Beispiel zu nennen, so mag hier die Pieta von Ma n- 
tegna, ein Gemälde unbedingt ersten Ranges, angeführt werden, welche 
ganz vorzüglich für den Stich geeignet scheint und in solcher Wieder- 
holung auf den allgemeinsten Beifall rechnen dürfte. 
Le moyen eige pittoresque. Vues et fragments d'architecture, meubles 
et däcor en Europe du Xe au X Vlle siäcle. Dessinäs cfapräs natura 19m. 
Chapuy et aut-res et lithograplziäs etc. Paris. 
(Museum 
1837, Nr. 
Das genannte Werk, davon uns die ersten 6 Lieferungen vorliegen und 
dessen Inhalt und Zweck durch den Titel bezeichnet werden, reiht sich 
dem bekannten Werke der Cathädralas frangaises von Chapuy an und bietet, 
wie jenes, mannigfach interessante und geistreich gearbeitete Blätter dar, 
deren Interesse durch den grösseren Reichthum des Inhalts noch auf eine 
namhafte Weise gesteigert wird. Wir geben über die wichtigsten der bisher 
mitgetheilten Darstellungen Nachricht. 
Notre-Dame la Grunde ä Poitiers. Ein wundersam phan- 
tastisches altbyzantinisches Bauwerk, welches uns in einer äusseren Ansicht 
vorgeführt W111i Das Hauptportal durch schwere, reichverzierte Halbkreis- 
bögen eingefasst; zu den Seiten spitzbogrge Nischen lIl demselben Charakter. 
Darüber zwei Reihen von byzantinischen Bogenstellungen, in denen Heilige 
Sitzgn und Stenmn Zu den Seiten der Faeaden seltsame Thürmchen, die 
dem grösseren Theile nach aus mächtigen Säulenbündeln gebildet scheinen; 
Oberwärtg augh an ihnen wiederum byzantinische Bogenstellungen. Die 
Seitenwand der Kirche eigenthümlich angeordnet, so dass sie nämlich in 
einzelne Felder getheilt wird, welche durch Pfeilerbündel von einander 
getrennt und durch grosse Halbkreisbögen überwölbt sind. Ueber dem 
Queerschiff ein Thurm von ähnlicher Structur wie das Ganze Ein beson- 
(leres Blatt giebt einige Theile dieser, mit dem fabelhaftesten Ornament 
bunt überladenen Architektur in grösserem Maassstabe.
        

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