Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1487986
Der Dem 
zu Halberstadt, 
seine 
Geschichte, 
etc. 
Architektur 
483 
finden sich prachtvoll geschnitzte Chorstühle. In den Kreuzesarmen sind 
steinerne Emporen angeordnet.  
Zur genaueren Erklärung und Darstellung dieser gesammten Eigen- 
thümliehkeiten des Domgebäudes, die wir nur in flüchtiger Uebersiehi 
andeuten konnten, dienen nun atISSET der Sflrgfäliigßll, Vom Verfasser 
vorgelegten Charakteristik und aiisser den bereits angeführten Blättern und 
dem Grundriss, eine in Stahl gestochene malerische Ansicht des Aeusseren, 
 eine Perspektive des Langschides im Innern, von den Thürnien aus 
aufgenommen,  eine Durchsicht im Querschitf, welche den Bischofstuhl, 
das südliche Fenster des Querschiifes und die Empore unter demselben 
darstellt,  und, als Vignette auf der Rückseite des Umschlages, eine 
Ansicht des reichen südlichen Kreuzgiebels. (Zu bemerken ist, dass die 
Stark vorspringenden Strebepfeiler des letzteren mit demselben Lissenen- 
werk, wie der Unterbau des nördlichen Kreuzgiebels geschmückt sind und, 
dem übrigen Style dieses Kreuzgiebels nach, gerade auf eine spare Zeit 
des gothischen Styles hindeuten.) Auch finden sich, zur Dekoration der 
Vorderseite des Umschlages, mehrere Details der Chorstühle abgebildet. 
Den schönsten Schmuck des Werkes macht jener ebenerwähnte Stahlstich 
aus, welcher die Ansicht des Domes von seiner vortheilhaftesteu, der 
nordöstlichen Seite gewährt; er ist von Ernst Rauch nach einem Gemälde 
von C. Hasenpflug (von welchem letzteren auch die übrigen, zu den 
Perspektiven des Werkes benutzten Zeichnungen herrühren) gesteehed 
Der Name dieser beiden Künstler reicht hin, um den Werth dieses vor- 
züglichen Blattes genügend zu bestimmen, in reichster Entfaltung stellt 
sich hier das anziehende Gebäude dem Blicke des Beschauers dar, und 
wenn durch die Wahl des Standpunktes freilich das schöne Westportal 
verloren geht, so tritt dadurch doch auch der wenig bedeutsame Oberbau 
der Thürme mehr in den Hintergrund; in der Ferne erblickt man die vier 
byzantinischen Thürme der Liebfrauenkirche. Die Arbeit des Stiches ist 
sehr sauber, geistreich und von gediegener Haltung. 
Unter den geschichtlichen Notizen, mit welchen der Herausgeber den 
erklärenden Text eröffnet, sind zunächst die aus Urkunden und Ablass- 
briefen geschöpften Nachrichten über die Geschichte des Baues (deren Mit- 
theilung aus dem Provinzial-Archive von Magdeburg man, dem Vorwort 
zufolge, vornehmlich dem Herrn Professor Wiggert zu Magdeburg verdankt) 
von grösster Wichtigkeit und, bei den insgemein so dürftigen Zeugnissen 
über baugeschichtliche Verhältnisse, als ein seltenes Beispiel auszuzeichnen. 
Sie zerfallen in zwei Hauptreihen, von denen die eine mit den Jahren 1252 
und 1258 beginnt und durch die Jahre 1263, 65, 66 und 76 fortgesetzt 
wird; sie besteht aus Ablassbriefen, welche den Zweck haben, Geldmittel 
füy die Ausführung des Baues herbeizuschaffen, und in denen früherer 
Verwüstungen durch Feuer und der Notliwendigkeit, den Bau von Grund 
aus zu beginnen, gedacht wird. _Dann ist_eine Pause, und erst in den 
Jahren 1341, 45 und 66 finden swh Zeugnisse neuer Bauthätigkeit. Bei 
letzteren wird des Chorbaues, beim J. 1_345 sogar erst der Fundament- 
Legung zum Choyg l) gedacht; und da im J. 1327 noch die (aus einer 
älteren Bauaulage herrührende) Drypta als vorhanden erwähnt wird, so 
dürfte der Chor in der That erst in dieser 1Ze1t zu bauen angefangen sein. 
Der Herausgeber ist zwar geneigt, Jene (Jrypta als ganz ausserhalb des 
hierüber 
Vergl. 
folgenden 
den 
Aufsatz, 
489.
        

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