Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1487485
Lithographien 
Sammlung von 
433 
La Sie Viarge (Papräs Holbeiiz. (Fiebiger deL, A. Maurin lzth.). 
Harmonie des Tons und geistreiche Durchführung der Portraitköpfe zeichnen 
dies Blatt vortheilhaft aus, wenngleich eine gewisse Trockenheit in der 
Auffassung nicht geläugnet werden kann. Der erklärende Text giebt zu 
diesem wie zu den folgenden Blättern mannigfach interessante Notizen; 
wir bedauern, dass die sentimental-moderne Erklärung des Bildes, die 
ohne allen Grund in dem Kinde auf dem Arme der Ilimmelskönigin ein 
verstorbenes Glied der Familie erkennt und den nackten Knaben im Vor- 
grunde, den der ältere Bruder umfasst, für (lZLSIChTIStIISkTIIÖ ausgiebt, in 
den Text als passlich aufgenommen und ihr nicht die einfach zu Tage 
liegenden Gründe,  dass dergleichen gar nicht dem Geiste Jener Zeit 
gemäss ist und dass wenigstens etwas so ganz Ungewohnliches durch die 
bestiminteste Symbolik bezeichnet worden wäre,  entgegengesetzt sind. 
L'Ate'lz'er d'Adrz'en van Ostade. (Kallmeyer dcL, Leon Nocl 12th). 
Ein 131m von vQm-efflieher Wirkung. Die Lichtspiele, die das seltsam auf- 
geputzte Gemach erfüllen und in mannigfachen Reflexen die Schattenpartlßefl 
erhellen, sind hier ebenso glücklich wiedergegeben, wie die bunte Unord- 
nung des Malergeräthes sich trefflich zu einem Ganzen einigt. 
La Chasse atfsanglier dkzpres P. P. Rubens. (Hauch deL, lith. par 
Deroy, helfen, Lebn Noäl.) Die grossartig schöne landschaftliche Com- 
position und das wilde Treiben der Jagd des Rubendschen Meisterbildes 
sind hier mit Glück nachgebildet; eine freie, geistreiche Technik stimmt 
wohl zu dem kühnen Vortrage des Meisters. 
La fuite en Egypte, düzpres Claude Gelee dit le Lorrain. (Deroy 
lith.) Auch dies Blatt giebt die Eigenthümlichkeit des Originales, jenen 
wunderbaren Adel, jene Heiterkeit und Zartheit, welche Claude Lorrain 
zu dem schönsten Meister im Fache der Landschaftsmalerei erheben, in 
erfreulichster Weise wieder. Die Gesainmtivirkung des Blattes ist eben so 
trefflich, wie die Durchführung im Einzelnen liebevoll und doch zugleich 
frei und fern von aller kleinlichen Aengstlichkeit. 
Wir wünschen , dass das Unternehmen einen rüstigen Fortgang haben 
moge. 
Kunstnachrichten. 
Berlin. 
(Museum, 
1836, 
Nach der unlängst erfolgten Trennung der Landschaft Liestal und 
der Stadt Basel in der Schweiz ist der zum Staatsvermögen des vormaligen 
GGSarumt-Cantons Basel gehörige Kirchenschatz, welcher zur Zeit der Refor- 
mation gesammelt und später auf dem RathhauseDder letztgenannten Stadt 
aufbewahrt wurde, zur Theilung gekommen." Die dabei der Landschaft 
Zllgefallenen goldnen und silbernen Kirchengerathschaften, zum Theil durch 
historisches Interesse, zum Theil durch Alterthum oder Kunstwerth ausge- 
zeichnet. sind am 23. Mai d. J. zu Liestal öffentlich versteigert worden. 
Als wir (Museum, 1836, N0. 7) diese Versteigerung nach den Berichten 
der öäentlighen Zeitungen ankündigten, glaubten wir von derselben, auf 
Kügler, Kleine Schriften. I. 28
        

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