Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1487344
Geschichte 
und 
des 
Beschreibung 
Domes 
Mainz 
etc. 
4m 
mit der das Buch zusammengetragen, bewirkt. Dies zeigt sich auch in 
dem Umstande, dass der Verf. manche sehr bekannte Schriften und Abhand- 
lungen gar nicht oder nur sehr obenhiu beachtet hat. Die Streitschriften 
zwischen Waagen und Hirt sind ihm ganz fremd geblieben, ebenso die 
neueren Kataloge des Berliner Museums, welche in Bezug auf "Raphaeis 
Jugendbilder manche Veränderungen und Berichtigungen enthalten. Den 
      
lnger uns a , ,  1 1 ' i   ame un ire 
Portraits so höchst wichtig ist, hat er gar nicht gelesen, auch nicht ein- 
mal die Anmerkung v. Quandfs in LanzfsIGeschichte der ital. Malerei, 
dass nehmlich das in der Gall. Doria befingliche Piortrait der Johanna (wie 
jederUnbefan ene beistimmen wird) kein rigina von Leonardo da Vinci 
sei. Dass dieg Beschreibung, welche der Verf. (S. 130) von dem Portrait 
der Fornarina im Besitze des Herzogs von Marlborough mittheilt, Wort für 
Wort mit Longhenafs Beschreibung des Veroneser Portraits (bei den Erben 
Laliranchinfs) übereinstimme, ist ihm ebenfalls entgangen, U, S, w. Am 
Aller-naivsten aber macht es sich, wenn der Verf. (S. 39) I-Im, v_ Rumohl- 
belehrt, dass Raphael für die Libreria des Sieneser Domes nicht hloss 
Zeichnungen sondern auch grosse Cartons angefertigt habe und dass einer 
der letzteren: „54 Centimetri hoch und 38 breit," sich noch bei Ludovico 
Baldeschi zu Perugia befinde. Der Verf. hätte wohl über die französischen 
Längenmaasse Erkundigungen einholen können. 
Demjenigen, der die Geschichte Raphaels genauer studirt und sil 
nicht scheut, das vorliegende Buch mit Feder und Tinte vorzunel cl 
wird dasselbe immer manche Arbeit ersparen; dem blossen Liebhabeßlllifird 
Anfänger ist es jedoch sehr wenig zu empfehlen. 
Geschichte und Beschreibung des Domes zu Mainz. Begleitet 
mit Betrachtungen über die Entwickelung des Spitzbogenstyls. das neu- 
gothische Coustruktionssystem in Deutschland und Frankreich, und den 
Einfluss der lombardischen und byzantinischen Kunst auf diese Länder. 
Von J. Wetter. Mit einem Grundrisse des Domes. Mainz, bei C. G. 
Kunze. 1835. (170 S. in 12.) 
(Museum, 
1835, 
Die Geschichte unsrer vaterländischen Kunst-Alterthümer würde bereits 
11m ein Bedeutendes gefördert sein, wenn es Ilicht noch in grossem Maasse 
an erschöpfenden und mit Kritik abgefasstcn Monographieen fehlte. Erst 
wenn das Einzelne nach allen Richtungen durchforscht ist, wenn die sich_ 
erßn Thatsachen für dasselbe zusammengestellt, die Eigenthümliehkeiten 
des Vorhandenen mit besonnener Charakteristik verzeichnet sind, wird es 
möglich sein, zu einer genügenden Uebersicht zu gelangen und den Gang 
der Entwickelung im Grossen und Ganzen, frei von einseitigen Trug- 
Schliissen, zu verfolgen. Wir müssen somit eine jede Arbeit, welche einen 
Stein zu diesem grossen Baue herzuträgt, mit Freuden willkommen heissen 
und eifrigst zur weiteren Nachfolge auffordern.
        

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