Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1483336
Bildvrhandschriftex; 
des 
Dlittßlalters. 
keit glauben macht und ihnen den Eid der Treue abnimmt. Er verfolgt 
die Kirche und tödtet die heiligen Propheten. Aber plötzlich schlägt ihn 
ein Blitzstrahl nieder, die Seinigen entfliehen, und die Könige und Völker 
wenden sich wieder zur Kirche. 
Mit Werinhers deutschem Gedichte vom Leben der lllaria ist dies 
Osterspiel nichtÜwohl zu vergleichen, da gerade das lyrische Element, das 
in jenem besonders bedeutend ist, hier keine Stätte gefunden hat. Nur 
etwa der Gesang der Propheten dürfte als Parallelstelle aufzuführen sein. 
Er lautet: 
Verbum Patris habens divinitatem 
In Virgine sumpsit Eumanitatem, 
Manens Deu_s eifectus est mortalis 
SemperÄDeus eifectus est temporalis. 
Non Naturae .usu sie testante 
Hoc factum est, sed Deo operante. 
Nostram sumpsit inflrmitatem, 
Ut inürmis conferret ürmitatem. 
Hunc Judaei mortalem cognoverunt, 
Immortalem quem esse nescierunt. 
Neu sermoni, nec signis (xredidere: 
Sub Pilato Christum cruciüxere. 
Moriendo mortem mortiücavit, 
A Gehenna credentes liberavit. 
Hie surrexit, vere non moriturus, 
Regnat semper, in proximo venturus. 
Hic saeculum per ignem judicabit, 
Universos in carno suscitabit, 
A reprobis salvandos separabit, 
Malos damnans bouos gloriücabit. 
Die Handschrift, welche das Ostcrspiel enthält, ist von Werinhers eig- 
ner Hand geschriebcnd- Auf dasselbe folgt darin ein lateinisches Früh- 
lingsgedicht, ein Carmen vernale, auch wohl von ihm, das, freilich in 
ziemlich spielender Weise, die Stimmen von allerlei Thinren nachzu- 
ahmen sucht.  Unter den Briefen, die dieselbe Handschrift enthält, 
findet sich ferner ein Liebesbrief, von einem Mädchen an den Geneblen 
gerichtet, lateinisch, mit eingereihten deutschen Versen, dessen Abfassung 
von den Sprachforscherxi ebenfalls dem Werinher mit Zuversicht zugeschrie- 
ben wird. Wir geben den Schluss dieses ergötzlichen kleinen Stückes, 
nach der Schreibweise der Handschrift:  nFriunt, Volge miner lere: div 
nemach dir gescaden nieth: wande warest du mir nieth liep, ego permitte- 
rem te currere in uoraginmn, ut ita dicam, ignorantie et cecicatis. Des ne 
bist abe du nieth wert, quia in te szmt fructzts honoris et honestatis. Ih ha- 
bete dir W01 mere gcscriben, niv wan daz du bist also wole getriben, 
quod scis colligere de paueis. Statich unde salich du iemer sisß 
Das Hauptwerk Werinhers, welches ihn als Dichter und als Künstler 
1) Die Handschrift ist aus der Bibliothek von Tegernsee in die königl. 
Bibliothek von München übergegangen. Sie enthält ausser dem Osterspiel auch- 
die im Obigen mitgetheilten Briefe und Andres. Vergl. über sie das eben er- 
wähnte Programm Engelhardts, p. '21, f.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.