Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1486762
III. 
Bestätigungen 
361 
die starke echimisartige Platte über den Voluten der ionischen Säulen mit einem 
gemalten Eierstabe (während am Echinus unten den Voluten dies Ornament in 
der üblich ionignhen Weise ausgcineisselt ist); die einzelnen Glieder des inneren 
Gebälkes wiederum mit zierlich ornamentistischer Bemalung, und besonders die 
Kassetten der Decke in geschmackvoll wechselnder Weise, mit Sternen und Pal- 
metten, bemalt. 
So eben auch wird eine Schrift ausgegeben,  "Griechische Reise- 
Skizzen von Hermann Hettner. Braunschweig, 1n8ö3,"  die sich in einer 
besoiidem Abhandlung (S. 185-206) aufs Neue daruber auslasst, Qwie _die 
Alten ihre Tempel bemalten." DerVerfasser sitzt darin, auch mit Beruck- 
sichtigung meines obigen Aufsatzes, über den Prozess Kugler contra Hittorif-Sem- 
per zu Gericht und wägt Schuld und Unschuld nach gleichem Maasse: Semper 
hat Recht und Kngler hat Recht, und Kngler hat Unrecht und Hittorff hat 
Unrecht: Marmorternpel sind weiss, und stncküberzogene Tempel sind bunt, "und 
dieser Stucküberzug war bei der Freude kindlicher Menschen an bunten _Farben 
wohl (I) in den meisten Fällen roth." In der That giebt er noch ein Paar 
(mehr oder weniger genaue] Belege von Resten rother Farbe auf dem Stuck von 
Säulen; dass ich dergleichen überhaupt nicht geläugnet, hätte er bei näherer 
Ansicht meiner Schrift wahrnehmen können, selbst nicht in Betreif des Tempels 
von Korinth, wo er mich mit seinem "Kugler hat Unrecht" beseitigt. Ich hatte 
(s. oben S. 280) von Stackelbergs Angabe über eine Granitnachahmung nur für 
auffallend erklärt und die Vcrmuthung einer einfach rothbrauuen Färbung 
ausgesprochen, was H. H. nun selbst aufs Beste, durch Angabe von dem Vor- 
handensein einer "intensiv rothen Färbung," bestätigt. Uebrigens führt er selbst 
auch gelbliche und weisse Stuckfarbung als häufig vorhanden an. Ich will ihm 
gern noch eine weitere Niiance in Betreff der Färbung stucküberzogener alter- 
thiimlicher oder nicht völlig rein hellenisclier Tempel zugestehen: dass es sich 
um Grundirrthiimer handle und dass dergleichen gar durch ihn schliesslich gelöst 
seien, kann ich eben nicht finden. Auch muss ich ihm seine Auslegung der 
Stelle des Plinius  N. 86, 5) überlassen, falls er nemlich das Räthsel dersel- 
ben, nach seiner Auffassung, wahrgenommen und  gelöst hat. 
Aus fertigen Bausteinen bauen sich manchmal recht hübsche Throne auf.
        

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