Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1486644
roheren weisslichen 'l'ufsteine besteht. (Serradifalco, a. a. 0., p. 68, t. 
XXXI. fli). Dies sehr eigenthümliche Verfahren erinnert lebhaft an das 
System der Akrolithen und verstattet, wie das letztere, die Schlussfolgerung, 
dass man das für die zartesten Theile angewandte feinere Material, zumal 
bei der grheblichen Entfernung der in Rede stehenden Sculpturen vom 
Auge des Beschauers, nicht durch einen Farbenüberzug werde unscheinbar 
gemacht haben. 
In Betreff der alterthümlichen volscischen lerracotta-Reliefs im Museum 
von Neapel, welche zu Velletri gefunden wurden, habe ich hinzuzufügen, 
dass dieselben sehr roh und barbarisch gearbeitet sind und dass einige 
Fragmente derselben allerdings noch die Spuren roher Bemalung zeigen, 
schwarze Pferde, weisse Schilde u. dergl.  
Anderweit ist schliesslich auf die neueren Entdeckungen in Lycien zu 
deuten, wo an den Sculpturen, welche in und an Felsengräbern angebracht 
sind, sich ebenfalls die Spuren von Bemalung gefunden haben. Höchst 
merkwürdig in diesem Betracht sind die Reliefs eines Felsengrabes zu Myra, 
von deren Bemalung Fellows (An account of discoueries in Lycia, 1840. 
London 1841. p. 197 H.) einige Beispiele giebt und die allerdings eine Aus- 
dehnung der farbigen Zuthaten andeuten, wie solche bisher in sicheren 
Beispielen grösserer Werke noch nicht vorliegt. Bei licht blauem oder licht 
karminrothem Grunde erscheint hier das Nackte in einem, der natürlichen 
Erscheinung verwandten Tone, während die Gewänder, den angegebenen 
Spuren zufolge, gelb, roth, hell violett oder in andrer gebrochener Farbe 
bemalt waren. Der Verfasser schliesst hieraus, wie aus andern Gründen, 
auf einen Zusammenhang mit Etrurien, und in der That ist auch in der 
Behandlung jener Reliefs Etwas, das an (späten) etruskisches Wesen erin- 
nert. Andrerseiis aber machen sich in den lycischen Felsarchitekturen 
orientalische Anklänge und in noch ungleich höherem Grade selbständig 
naturalistische Elemente (in der auffallenden Nachbildung des Holzbaues) 
so entschieden geltend, dass ein stärkerer und zugleich etwas weichlicher 
Naturalismus in der Sculptur, wie er in dieser Bemalung hervortritt, nicht 
befremden, aber auch eben so wenig einen unbedingten Rückschluss auf 
rein griechisches Wesen gewähren kann 1).  
Sehen wir zunächst von diesen letzteren, jedenfalls eine eigenthümliche 
Betrachtung erfordernden Reliefs ab, so bestätigt die Fülle der übrigen Bei- 
spiele im Allgemeinen durchaus die von mir schon früher entwickelte 
Ansicht; dass es nemlich inder Farbenanwendung bei griechischen Sculp- 
1 Die 'ün sten M'     
äebegwiederlumgnur  Sculpturen 
umfassenderen Ausdehnung der Farbe wie an jenen iteliefs Swegäls von Slerselben 
G' Scharf, der Einiges darüber im Museum of classical an" v9? Iyras- hachricht 
P- 947 1T, zusammengestellt hat erwähnt des Reliefs einzerlqgulgs, ISOL Heft In 
auf blauem Gründe, mit rothen und blauen Farbenspurenkp fmx aus. gamhusv 
mit rothen am Kopfbande. Ferner des Reliefs eines Beller ab dem kluge] und 
Welchem die Decke des Pegasus Ohne alles Belief nur d Op o? aus T103, an 
ist. Er bemerkt, dass an denyältesten Statuen Sypuren urch harble bezeichnet 
gefunden seien, und dass an dem ebenfalls noch altertliü glplläiuer Gewandsäume 
man: die Gründe der Reliefs blad Schilde Sandalen mÄc an LI-arpyenmmm" 
"m1 gewesen seien. Von dem ionischen Heioum von X unh sollshges Ornament 
(ebenda, p. 283) an dass an den Reliefs desselben die gnlgllds fuhrt  Falkener 
mthßn Rand hätten j auch liesse sich aus vorhandenen Sc dree der Knegßr einen 
metallene Zier-den dabei angebracht gewesen seien. p n enmehman" dass
        

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