Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1486624
Nachträge. 
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Silen mit dem jungen Bacchus in derselben Sammlung (N0. 115) zeigt nach 
L. v. Klenze (a. a. O.) unverkennbare Spuren eines dunkelrotheu Anstriches 
des Gesichts, der Haare und mehrerer Nebensachen. Eine vortreffliche Büste 
des Demetrius Poliorcetes im Pariser Museum hat nach Waagen {Kunst- 
werke und Künstler in Paris, S. 128), ausser der Spur des in Bronze hin- 
Zugefügt gewesenen Diadems an den Haaren, ebenfalls eine röthliche 
Fleischfarbe. Ohne die Schlussfolgerungen für wirklichen röthlichen oder 
rothen Anstrich, die hieraus für den einzelnen Fall zu entnehmen sein 
möchten, entschieden zu bestreiten, dürfte doch in Frage zu stellen sein, 
0b und wie weit hiebei. namentlich z. B. an der erstgenannten Statue, eine 
Nachwirkung des kaustischen Wachsüberzuges sich geltend macht, und 0b 
im Uebrigen die Erfahrung der so kritischen rothen Farbe an den Archi- 
tekturen nicht auch bei Ausdeutung solcher Färbung an Sculpturen eine 
besondre Vorsicht erfordert. 
Unter den hieher bezüglichen Bronzen ist zunächst eine Athleten- 
büste in der Münchener Glyptothek (N0. 296), eine strenge Arbeit aus der 
schönsten Blüthezeit griechischer Kunst, anzuführen, deren Augen gegen- 
wartrg hohl sind und deren Lippen noch eine starke Vereoldunw haben.  
Sodann eine_Reihe weiblicher Statuen von mittlerer Grössd, aus Itllerculanum 
henührend" 1m Nealller Museum (NO- 19, 15, 16, 32, 43). Sie haben ein- 
gesetzte Augen von Glas und zum Theil zierlich ornamentirte, aus Kupfer 
eingelegte Gewandsäume. Das reizende Figürchen einer Fortuspa aus Her- 
Culanum (ebenda- NO- 90) hat zierlichsten Halsschmuck und Gewandsaum 
aus Silber eingelegt. S0 sind auch die Attribute einer kleinen Isisfi u; 
(ebßnrla, N0. 88), so an dem Geschirr eines einzelnen kleinen Bronz {g 
des und an dem, welches den Alexander trägt (ebenda N0 80 und 8331)  
giuckeln aus, Silber. gearbeitet. Verschiedene Bronzebüsten des Neapler 
         
s,  an verse en.  ie sc    
Jllllillß Brutus im Conservatoren-Palast des Kapitolsm;uBlibIideElisdi-Eseggsaad) 
hat Augen_v0n Elfenbein.  Die durch grosse Naturwahrheitgund Indivi- 
dualität ausgezeichnete Bronzestatue eines Lampadephoren, die bei Piem- 
blIIO gefunden wurde, hat Lippen, Augenbrauen und Brustwarzen von 
Sllbef (Vergl. die Armali dell' inst. dz" corr. archeol. V, p. 193 ff.) u. s. w. 
Auch für die polylithe Sculptur enthält das Neapler Museum bezeich- 
nende Beispiele: eine lsis und eine Ceres (N0. 228, 244), deren Gewand aus 
schwarzem Marmor besteht; und zwei Barbarenfigurcn (N0. 232, 39), bei 
denen das Nackte schwarz, die Gewandung von hellerem buntem Marmor 
lSi.  Eine Ceres in der Münchener Glyptothek (No. 293) hat wiederum 
ein Gewand von schwarzem Marmor, dessen Gegensatz gegen die Weisse 
der nackten Theile sehr eigenthümlich wirkt. 
Unter den Reliefs mit den Spuren von Färbung ist eine interessante 
hncchische Darstellung aus Herculanum, im Neapler Museum (No. 73) 11er, 
vorzuheben. Hier sind die darauf enthaltenen Satyrn an den Haaren des 
Kopfes, der Schaam und des Schwanzes" mit deutlich rother Farbe versehen. 
An kleinen Terracottafiguren, die  im Gegensatz gegen die Arbeiten 
der vorstehend angeführten Gattungen  mehr oder weniger reich mit Farbe 
Versehen sind, ist neuerlich in Griechenland mancherlei Merkwürdiges auf- 
gefunden, Vorzüglich schöne Arbeiten dieser Art beschreibt L. v. Klenzg 
111 seinen "aphoristischen Bemerkungen" etc. (S. 258). Hier erscheinen nicht 
11108 volle Farben auf- den Gewändern, sondern auch das Nackte ist durch
        

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