Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1486480
Nachträge. 
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im Uebl-jgen der Grund des Stucküberzuges durchgehend, auch in den 
Metopen, gelblich weiss. 
An dem mittleren Peripteros auf dem westlichen Hügel von Selinunt, 
nördlich von dem oben genannten Tcmpelchen,  dem alterthümlichsten 
der dortigen Tempel,  bestätigt Serradifalco (II, p. 29, t. XXV IT.) den 
reihen Grund der Metopen. Ebenso L. von Klenze, in seinen naphoristi- 
Sehen Bemerkungen" etc. S. 254.   
Am Peripteros auf der Südseite des östlichen Hügels,  demjenigen 
unter den selinuntischen Tempeln, welcher der Architektur der griechischen 
Blüthezeit am meisten entspricht, war nach Serradifalco (II, p. 28) das 
Band des Architravs roth , die Triglyphen blau mit schwarzen Schlitzen, 
die Riemchen über den Tropfen blau. Zugleich soll aus verschiedenen 
Fragmenten mit Bestimmtheit hervorgehen, dass auch die Metopen einen 
blauen Grund hatten. Abweichend von dem Uebrigen erscheinen einige 
architektonische Details aus gebrannter Erde, die am Posticum des Tem- 
pels gefunden wurden; sie sind mit schwarzen und braunrothen Verzierun- 
gen auf gelbem Grunde bemalt, z. B. mit einem doppelten, durcheinander 
 geschlungenen Mäander, dessen eine Linie schwarz, die andre braunroth ist. 
Zu Agrigent war der sogenannte Herkulestempel (nach Serradifalco, 
III, t. XVII.) mit einem rothen Plättchen unter der Hängcplatte und einem 
rothen Bande über dem Architrav versehen, während die Dielenköpferund 
die Riemchen am Architrav blau, die Tropfen scheinbar weiss waren. Ueber 
Triglyphen und Metopen wird nichts gesagt. 
An dem sogenannten Tempel des Castor und Pollux zu Agrigem ver- 
hielt sich die farbige Zuthat ganz ähnlich. fSerradifalco, III, t. XXXVI] 1). 
Ein mit Farbe geschmücktes Architekturstück von sehr eigenthümlichem 
Interesse, in einem der Felsengräber der Cyrenaic a befindlich, ist bereits 
vor geraumer Zeit durch Pacho bekannt gemacht worden (in seiner Rela- 
tion d'un voyage dans la Marmariqzae, la Cyränatque etc. 1827, p. 377, 
pl. LIV). Es ist ein dorischer Fries, der, wie es scheint, die Bekrönung 
eines aus dem Felsen gehauenen Sarkophages bildet. Die geradlinig 
geschlossenen Triglyphen, die nicht cylindrisch sondern kubisch gebildeten 
und mit den Riemchen in derselben Vorderfläche liegenden Tropfen, die 
Anordnung einer flachen, streifig verzierten Hohlkehle über den Metopen 
dürften hier auf spätest griechische Zeit schlicssen lassen. Die Triglyphen 
haben eine, nicht dunkle, weich grüne Färbung, ebenso wie das über ihnen 
durchlaufende Band und die Riemchen mit den Tropfen, während jene 
Hohlkehle ein etwas dunkleres, mehr bläuliches Grün zeigt. Ein Bändchen 
über dieser Kehle und das unter den IH-iglyphen durchlaufende Band sind 
roth gefärbt. In den Metopen befinden sich Malereien auf lichtbläulichem 
l) Hittorh" hat, wie ich hinzufügend bemerke, yin seinem neuen Werke über 
Polychrome Architektur, uliestitution du tfmple dpmpädocle etc., 1851, über 
welches der folgende Abschnitt einiges Nahere lmngen wird, noch ein Paar 
interessante dorische Kranzgesimse mitgetheilt.  Sle sind auf pl. IX seines Wer. 
kes enthalten. Das eine (Fiß- 1-3) ist (mit 1111 Museum von Selinunt befind- 
liches Kranzgesims, mit einem Rinnleisten In rder Form der Hohlkehle. Der 
Ifauptton desselben ist htell gelblich, mit rothen Lwischenbändern, farbigen Blatt- 
gliedern und weissen Dielenköpfen und Tropfen. Das andre (Fig.  dessen 
Rinnleisten die Wellenfol-m hat, ist zu Pozzuole gefunden. Der GßSammttgn 
erscheint hier tiefer gelblich; die Zwischenbänder sindebenfalls reth, die Dielen- 
köpfe und Tropfen blau. 
        

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