Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1486345
Architektur 
Polychromie der griechischen 
die 
Ueber 
etc. 
319 
deren Reliefs ursprünglich bemalt waren; an dem einen derselben i) haben 
sich Reste von Blau (vornehmlich auf dem Grunde) und von 30th erhalten 
Bemalte Terracotten findet man ebenfalls in grosser Menge- an den 
Terracotten-Reliefs des Berliner Museums zeigt der Grund 11191711; selten 
blaue Spuren 2). Ein zierliches Köpfchen aus gebrannter Erde, vel-muthlich 
eine Medusa, mit natürlichen Farben bemalt und die Haare vergoldet 
welches in Sizilien gefunden wurde, hat Bröndstedt bekannt gemacht 3). , 
Tempel-Sculpturen. 
Die Sculpturen, welche mit der Architektur in unmittelbarer Verbin- 
dung standen, d. h. an den Friesen und Giebeln sich befanden, und an 
denen sich Farbenspuren bis auf unsre Zeit erhalten haben, sind folgende: 
Tempel des Theseus. An den Reliefs der Friese innerhalb des 
Peristyls, über Pronaos und Postikum, haben sich deutliche Farbenspuren 
vorgefunden. Der Grund war blau, die Gewänder zumeist blau  grün 
oder roth 4). Nach Semper's Bericht hat sich an dem Gewandc einer der 
sitzenden Figuren über dem Pronaos ein reines schönes Rosaroth erhalten 5). 
Die Bewatfnungen der Kämpfenden waren vermuthlich von Bronze und ver- 
goldet. DodwelPs Behauptung, dass diese bemalten Reliefs die von Pau- 
sanias als im Tempel befindlich erwähnten Malereien des Micon 6) seien, 
ist bereits zur Genüge zurückgewiesen worden 7), so dass demnach aus 
dieser Ansicht keine weiteren Gründe auf eine vollständig und nach Art 
der Malerei durchgeführte Farbigkeit der Reliefs zu entnehmen sind. 
Parthenon. An den Sculpturen dieses Tempels, Vornehmligh an den 
Statuen der Giebelfelder, entdeckten die Künstler, welche bei deren Abnahme 
zugegen waren, Spuren von Malerei und Vergoldung 8). Noch jetzt zeigt 
das Haar an dem Fragmente des Miuervenkopfes vom westlichen Giebel, 
welches sich im brittischen Museum befindet, deutliche Ueberreste einer 
rothen Farbe, welche man jedoch ebenso, wie in andren schon angeführten 
Fällen, für den Grund einer ehemaligen Vergoldung zu halten geneigt ist 9). 
Die Augen dieses Kopfes sind leer und deuten somit an, dass auch sie 
ursprünglich mit andrem Stoffe gefüllt waren  Das Stück des inneren 
Frieses, welches von Choiseul-Goufiier nach Paris gebracht wurde, zeigte 
vor seine;- Reinigung Spuren von blauer Farbe auf dem Grunde und von 
Vergolduug an den Haaren; bei andren Stücken hat man Grün an den 
Hüten einiger Jünglinge bemerkt"). Aehnliche Spuren sollen sich auch 
1) N0. 333.  2) An mehreren alterthümlichen Terracotten des Berliner 
Museums, namentlich einem bekannten Kopfe der Juno Lanuvina, sind die Details 
des Gesichtes  Augen, Lippen, Haare, Schmuck  durch schwarze und rothe 
Färbung unterschieden.  3) Reisen und Uniersuchungen in Griechenland, 
B_ U, S_ 294, T_ XXXDL  4) Dodwell, AlcumBassemlievi della Gracia, p. 6,- 
und desgglbßn C1113; und topogr. tour, V. I. p. 364. Ackerblad, Atßi delU Acca- 
demia Rom. zfzircheologia, T. I. P. I, P- 4751 hat für die allgemeine Angabe, 
dass die Reliefs bemalt gewesen seien.   vorlallßge Bemerkungen, S. 48, 
Ob jene Farbenangaben aber überall die igesammte Gewandung betreffen, oder 
111611610111; Im; auf säume und dergl. zu beziehen sein dürften, wird leider nirgend 
gesagt  e) pausmh l, I, c. XVII, 2. T- 7) Adnotationee ad Pausaniae Grace 
ciae descr. l. l. ed Siebelis.  s) Clarkes Travela, I, 9- IL c. IV.  9) Altöl"- 
thiimer von Athen, Thl. II, c. I, Anm. 109.  m) Yisconti, Mämoires sur les 
ouvmges de, sculptzzre du Parthänon, p. 19-  n) Mlnm: monummä (Im. inädi 
T. II, p. 48.
        

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