Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485904
Polychromie der griechischen Architektur 
Ueber die 
etc. 
275 
sei; Hr. Schaubert will statt dessen deutliche Spuren von gelber Farbe 
gefunden haben 1). Dies, SQWiC die rüthen Architrave, davon beide, und 
die" rothen Säulen, devml_ Hr- Sßmper spricht, soll später in Erwägung 
gezogen Werden.  D16 Dlelenküpfe des äusseren Gebälkes in ihrer Unter- 
ansicht scheinen, mit Ausnahme der Tropfen, blau bemalt gewesen zu sein 2) 
ebenso der Grund in dcn Metopen des äusseren Frieses 3). 1 
Der Parthenon. Da die Reste dieses Gebäudes, bis auf die jüngst- 
vertlossene Zeit, nicht mit derselben Bequemlichkeit wie der Thesens- 
Tempel untersucht werden konnten, so haben wir hier nicht so ausführliche 
Nachrichten über die noch vorhandenen Ueberbleibsel der farbigen Ver- 
zierungen. Im Ganzen jedoch wird die Bemalung des Gebälkes im Inneren 
des Peristyls und an den Anten-Kapitälen auf ähnliche Weise geschildert, 
wie an dem eben genannten Tempel; die geradlinigen Glieder mit Mäan- 
der- und Palmetten-Ornamenten, die von geschwungencm Profil mit Blät- 
tern uud Eiern. Ausser der Bemalung an einigen Gliedern der Bekrönung 
des äusseren Gebälkes waren hier namentlich die beiden Bänder über und 
unter dem Friese mit einem Mäander, das Riemchen unterhalb der Trigly- 
phen mit zierlichen Palmetten bemalt 4). Die noch sichtbare Farbe der 
Verzierungen soll ein dunkles und bräunliches Roth sein 5). Doch setzt 
der Herausgeber der neuen Ausgabe der Alterthümer von Athen hinzu s), 
da man hier und da bei günstigem Widerschein des Sonnenlichtes an den 
Diclenköpfen wirkliche Vergoldungen wahrgenommen, so habe man auf 
diese Veranlassung vermuthet, dass jene Farben nur der Grund vergangener 
Vergoldung seien. lrVollen wir diese Annahme auch nicht überall gelten 
lassen, so wird sie doch keineswegs bei der Darstellung des ganzen Systems 
dieser gemalten Zierden ausser Acht zu lassen sein.  Der Rinnleisten über 
den Giebelseiten war mit einem leichten Palmetten-Ornament bemalt 7).  
Der Grund des Frieses über dem Inneren des Peristyls, welcher die Reliefs 
des Panathenäischen Festzuges enthielt, war blau bemalt 8). Der Reliefs 
wird später gedacht werden. 
Die Propyläen der Burg von Athen. Auch hier wissen wir 
vornehmlich nur von einer Bemalung des Gebälkes im Innern: ein breites 
Band mit einem Mäander, gekrönt von einem über-schlagenden Gliede und 
getragen von einer Welle, beide-mit verschiedenen Blättern bemalt. Ebenso 
das überschlagende Glied in den Anten-Kapitälen. Auch hier, wo die 
ursprüngliche Farbe (die Umrisse sind, wie gewöhnlich, in den Marmor 
eingeritzt) als ein reiches dunkles Roth erscheint, hat man in derselben die 
Grundirung einer verlorenen Vergoldung vermuthet 9). Der: Rrnnleistennder 
9161391 ist mit Eiern und Pfeilspitzen verziert. An den ionischen Kapnalen 
der inneren Säulenstellung waren die Polster der Seitenansicht mit Schuppen 
und Akanthusranken bemalt; auch scheinen dieselben, nach Herrn Schau- 
berts Angabe, einen Hals, gleich den Säulen des Erechtheums, gehabt zu 
haben, diesen jedoch nicht plastisch, sondern nur durch Malerei verziert w), 
1) Museum a. a. O.  2) D16 Altßnhümer von Athen, a. a. O. Anm. I8. 
Museum a. a. O.  3) MHSHIIFIM a- 3 0- DOÜYVQÜ, 11.11. O. p.365_  4) Bröud- 
Sted, Reisen und Untersuchungen ill Griechenland, u, S. 146, Aum. 5' und T. 
XL.  5) Die Alterthümer von Athen, ThI. II, c. I, Anm. 82.  ü) Deutsche 
Aus; Ei  S_ 358.  7) L. Vulliamy: Exrfmples of ornamental Sculpture in 
  s) Mini", monumens ant. med. T. II, p. 48.  9) Die Alter- 
thümer von Athen, Thl. II, c. V, Anm. 32. Dodwell, lour etc. V. I, p, 320_  
m) Museum a. a. Ü.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.