Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485706
ZUI 
Beiträge 
Geschichte der Ausbildung der 
Baukl 
9120. 
msf 
gewölbartig ausgehauener Decke, welche bereits einen bestimmten Fortschritt 
des Systemes andeutet, entschiedene Spuren des Buddhismus, einer Sekte, 
die sich von dem allgemeinen Brahmadienste losgetrennt hatte und etwa 
um 500 v,  G. auftrat 1). Der Ursprung des Höhlenbaues dürfte somit. 
zwischen 1000 und 500 fallen. Doch musste eine lange Reihe von Jahren 
zur Entwickelung, Ausbildung und endlichen Ausartung des Systemes vor- 
übel-gehen; ich glaube also, dass wir nicht gerade falsch schliessen werden, 
wenn wir die Blüthe desselben  analog der griechischen Culturgeschichte 
 gleichzeitig mit der Blüthe des indischen Dramals, d.  im letzten Jahr- 
hnndert vol-  G., annehmen. Die grossc Profusion endlich und die Will- 
kürlichkeit in der Ausführung verschiedener Monumente, namentlich des 
ungeheuren Kailasa zu Ellora,. stimmen wenig mehr zu der Klarheit und 
dem Adel, die uns aus Kalidasas Dramen entgegenwehen; wir sind somit 
gewiss berechtigt, diese in eine noch spätere Zeit der Geschichte hinabzu- 
setzen. Diese flüchtigen Bemerkungen mögen genügen , um den Ursprung 
der Baukunst aus dem Höhlenbau zuriickzuweisen, der überdies von keinem 
Einfluss auf die weitere Ausbildung derselben erscheint und im Gegentheil, 
wie gesagt, mannigfache, durch den Freibau dargebotene Modiiicationen in 
sich aufgenommen hat. 
Den ägyptischen Pyramiden scheint der Verfasser (S. 44) ein 
jüngeres Alter zuzuschreiben als den meisten der übrigen Monumente 
Aegyptens. AEr schliesst dies vornehmlich aus dem Umstaude, dass die 
Pyramiden sich vornehmlich in der Gegend von Memphis finden, während 
in den angeblich früher CllltlVlltßllTllellßll Oberägyptens keine dergleichen 
vorkommen. Aber es ist aus den neueren Untersuchungen bekannt, dass 
gerade die älteste Periode der ägyptischen Geschichte, vor der syrisch-ara- 
bischen Eroberung durch die Hyksos, sich vorzugsweise um Memphis con- 
centrirt, und dass die genannten Pyramiden die einzigen Ueberreste dieser 
frühesten Zeit sind. Die beiden in Ober-Nubien vorhandenen Pyramiden- 
Gruppen, auf welche der Verfasser ein grösseres Gewicht legt. gehören 
unstreitig in die Zeit der römischen Kaiser, da hier die Reiche von Napata, 
Meroe, Axuni blüheten. Sie sind von kleinlicher Bauart, keine über 100 
Fuss hoch. Die häufige Anwendung, tlieils der Pyramidem, theils der 
Obeliskenform in diesen Gegenden scheint keinen anderen Grund zu haben 
als ein äusserliches Wohlgefallen an ihrer imposanten Erscheinung. 
NVas den Bau des Salomouischen Tempels anbetrifft, so ist es 
bekannt, dass der Verfasser zuerst gründlichere Ansichten über denselben 
aufgestellt hat, indem er, von keinem einseitigen Principe befangen, dem-- 
Selben seine richtige Stellung zwischen ägyptischer und phönicischer Bau- 
weise anwies. Auch im vorliegenden Werke hat er diesem Tempel eine 
ausführliche Beilage (S. 63-87) gewidmet und auf 3 Tafeln dessen Restau- 
ration vorgelegt. Indem wir das Verdienstliche dieser Arbeit keineswegs 
verkennen, möge man uns jedoch eine Bemerkung gestatten, Einei- der 
schwierigsten Punkte bei der Herstellung des Tempels ist bekanntlich die 
Vorhalle. deren Höhe in der heiligen Schrift (ChrOIilk u, o. s, v. 4) auf 
120 Ellen, bei einer Länge von 20 und einer Breite von nur 10 Ellen, 
angegeben wird. Ein Seltsames Verhältniss, welches von den meisten 
Forschern geradehin als eine falsche Angabe der freilich unzuverlässigen 
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