Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485522
VOID 
Denkmale der Baukunst 
7ten bis zum 
13ten Jahrhundert etc. 
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Schmelzwerk geschmückten Altartisch zu Komburg bei Schwäbisch-Hall; 
 Perspektivische Ansichten, Grund- und Aufrisse, Durchschnitte und 
einzelne Details. Die Messungen und Zeichnungen sind von verschiedenen 
Bauverständigen und Künstlern besorgt worden. Vor allen war Baurath 
Sehauss in Köln dafür thätig, auch überliess er dem Verfasser eine Samm- 
lung von Rissen, wozu er den Anfang schon früher gemacht hatte, als jener 
den Gedanken zu der seinigen fasste. Mit und nach ihm arbeiteten Maler 
Fuchs und Architekt Dupont in Köln, Hofmaler D. Quaglio und Archi- 
tekt Kurz in München. Dann war dem Verfasser der Stadtbaumeister 
Weyer in Köln mit Zeichnungen von der St. Kunibertkirehe, und Archi- 
tekt Schopen mit jenen von der Kirche seiner Vaterstadt Neuss behülf- 
lich; vorzüglich aber hatte er sich der freundschaftlichen Beiträge des 
Bauinspektors v. Lassaulx in Koblenz zu erfreuen. 
Wo so vieles Treffliche und Anerkennenswerthe geleistet ist, da scheint 
es fast Unrecht, wenn wir unsere Wünsche für ein solches Unternehmen 
nicht mit dem Geleisteten bescheiden, sondern noch mehr verlangen;  
Wenn wir hier z. B. mehr und in hinlänglicher Grösse gezeichnete Details 
vermissen, namentlich Profile der verschiedenen Gliederungen (der Fenster- 
Einfassungen, der Gewölbgurten, u.  deren verschiedene Formation so 
charakteristisch für die Fortbildung architektonischer Style ist; der Verfasser 
theilt nur zu den Säulen gehörige Details mit'). Auch würden Mitthei- 
lungen dieser Art das Werk nicht vertheuert haben, wenn die zumeist 
überflüssige Sehattenangabe bei Aufrissen und Durchschnitten, so wie der 
noch weniger nothwendige Unterdruck mit einer gelben Platte, darin die 
Lichter ausgespart sind, unterblieben wäre. Für den Laien sind wesentlich 
nur die perspektivischen Ansichten, nicht jene Risse; und der Kenner weiss 
sich in blossen Linearzeiehnungen, mit Hülfe des Grundrisses, schon zurecht- 
zuünden. Wir können für unsere Studien leider nicht die Mittel englischer 
Lgrds anti-enden,  Indess, ich wiederhole, wo wir im Wesentlichen zu 
so grossem Dank verpflichtet sind, dürfte es unbillig sein, Mehreres und 
Anderes zu verlangen. 
Anders aber verhält es sich mit einigen anderen Punkten des vorlie- 
genden Werkes und hier wird eS Pfllßllß mit frßimütlligem Tadel die Fehler 
des hochgeachteten Hrn. Verfassers darzulegen. Dieselben betreffen den 
wissenschaftlichen Thßilr und Vßmßhmlißh zwei Hauptpunkte, von denen 
hier gesprochen werden muss- 
Del- erste bedeutendefe Fehler ist der, dass der Hr. Verfasser Denk- 
mau, der Baukunst vom siebenten Jahrhundert ab herauszugeben meint, 
während ich sehr zweifelhaft bin, ob irgend nur Erhebliches aus dem 
zehnten Jahl-huudert in diesem Werke enthalten sei. Es ist nöthig, dies 
an den einzelnen betreffenden Gebäuden nachzuweisen- 
Als ältestes Gebäude führt der Iilr. Verfasser die im Jahre 1812 abge- 
rissene Taufkapelle St. Martin 1n Bonn auf, von der er leider nur 
eine äussere Ansieht mittheilt. Er setzt dleselbe in das siebente Jahr- 
hundert, aus dem einen Grunde, weil ihre Bauart die grösste Aehnlichkeit 
habe mit jener der Marienkirehe auf dem Kapitol in Köln, welche am 
Ende eben dieses Jahrhunderts erbaut sel. _Da diese letzte Annahme, wie 
ich gleich zeigen werde, durchaus willkürlich und fehlerhaft ist, so fallt 
i) Auch in dem grossen Prachtwerk über den Kölner Dom fehlt es leider 
zumeist an den nöthigen Details der angegebenen Art.
        

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