Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485304
Ueber 
etc. 
Münchens Kunstschätze 
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habe die (ieniälrlegalleric gegründet, die grosse Gallerie bereichert und 
endlich ein bedeutendes Antiquarium und eine eigne Kunstkammer zusam- 
mengebracht. Ueber den abenteuerlichen Inhalt und die höchst naive Auf- 
stellung der letzteren theilt der Verfasser aus Martin Zeiller's gleichzeitiger 
Schilderung Verschiedenes mit; der französische Novellist Balzac hätte, 
als er in seinem Peau de chagrin den Trödel eines halbverrückten Kunst- 
händlers beschrieb, bei Zeiller in die Schule gehen und ein launigeres 
erstes Kapitel schreiben können. Wir geben unsern Lesern ein paar 
'  aus zur Probe: 
den? igas Paradies flach in l-Iolz geschnitten , über _die maassen schön, 
gross und hübsch erhebt: wenn man's aufthut, S0 ist lnwendlä auch nach 
in Holz geschnitten die Schlacht zu Mühldorf, und unterlälerielben zweeu 
bairischer Fürsten Coiiterfet. Ein halbe Hirnschale und OP Von emenf 
Satyro; ein schwarzer Strahl- oder Wetterstein vom Himmel. llqlvfelliädtrllsäl 
flache und runde, grosse und kleine Holzschnitte; 61711 ganz)" _e ach; 
oben mit Silber gefasst, daraus zu trinken, wie mans zu anlzig linlfen; 
Auf einem Tisch gesclirnelzte Trüchlein, ein_ geschnittener run (123 g t- 
beinerner Trog, wie ein antikisches Grab. Kaiser Friedrichs Gerna an) rau r 
hemtP; ein krystalliner Knopf von Kaiser Friedrichs Sessel? 6m S1 cme 
Küriss-Reiter. Unter dem Tisch hölzerne geflochtene und. geschlossene 
Pfannenstiel; mehrerlei Schuh, der Herzogin Jacobe zu Gulch Palltvifel- 
Daneben und unter dem Tisch antikische Bilder. Auf einem Tisch Herzog 
Christophs in Baiern WVehr, mit ganz silberner hübsch gearbeiteter Schei- 
den. Hanseii von Frundsperg Wehr, deren Scheide mit eines Franzosen 
Haut überzogen, mit welchem er sich gebalget und ausgedingt, dass der 
Uebertvinder des Ueberwundeiien Haut über sein Wehrscheid ziehen 
(Z 
Sonehlaclilndimwgenannten Fürsten erwähnt der Verfasser besonders der 
Verdienste des Max Joseph Ill., der die Akademie der Künste gestiftet, 
sodann wird Carl Theodor als ein besonderer Beförderer der Kunst genannt, 
der sämmdiche Gallerien bereichert, das gegenwärtige Lokal der Gemelde- 
gallerie im Hofgarten erbaut habe. Den Schluss machen die allgemein 
bekannten Verdienste des verstorbenen Königs, Maximilian Joseph, so wie 
des jetztregißrßildell um die Beförderung der Kunst.  
Hierauf wendet sich der Verfasser zu den gegenwärtig yorhandenen 
Gebilden der Malerei, im ersten Abschnitt zu der Pinakothek: 
Uebgr die in ihr auszuführenden Fresken, die Geschichte der neuen Malerei 
darstenend, wird ein ausführlicher Bericht yorgelegt.   
Dann folgt eine Besprechung der koniglichen Gemaldeglallerie. 
Z Sammengesptzt aus grösseren Hauptsammlungen  aus der ursprünglichen 
un München  dann aus jenen von Büsseldorf, Mannheim und Zweibrücken, 
v0  d- se yGauerje besonders reich an Kunstschatzen aus der altober- 
auääheilelvlalerschlde, die ihr aus den aufgehobenen Klöstern und Abteien 
zugeflossen, und an Werken der niederlandischen Schule, (insbesondere an 
Bildern von Rubens), die früher der Düsseldorfer Gallerieangehörten. _Der 
Verfasser führt die vorzüglichsten Schatze dieser Gallerie, alphabetisch 
eordnet, auf und schaltet, um das ermüdende Katalogisiren zu unter- 
ärechen manches Urtheil sachkundiger, wenn auch bisweilen überspru- 
delndeljlglnsifreundna über einige derselben ein:  Sehorn, _v. Quandt. 
Speth Johanna Schoppenhaußr, Burtin, Hirt, Hegner, Heinse, ltittershaiiseii 
(in seinen "vornehmsten Merkwürdigkeiten der Residenzstadt Munchciib vom
        

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