Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485284
Berliner Museum. 
Tizian. 
215 
über. Es ist von einem grossen Kuppelgewölbe bedeckt, das niinder auf 
den Wänden ruht, als auf acht starken, freistehenden Pfeilern im Innern 
der Moschee, von denen nur die beiden hinteren mit der Blauer verbunden 
sind. Die Vermittelung aus dem Achteck in den Grundkreis der Kuppel 
wird im Innern durch jene kleinen stalactitenartigen Gewölbe zu Wege 
gebracht, welche aus den arabischen Bauten in Sicilien und Spanien bekannt 
sind. Vier hohe schlanke Minarets, welche in vier Absätzen allmälig dünner 
werden, schiessen neben den Ecken des Gebäudes empor. Die Moschee hat 
einen viereckigen Vorhof, der von oifnen, mit kleinen Kuppelgewölben 
bedeckten Hallen innerhalb der Mauer umgeben ist. Diese Hallen ruhen 
auf Säulen, deren Kapitale grosse Rundbögen, oder, bei engerem Zwischen- 
raume, geschweifte Spitzbögen tragen. Ausserdem kommt auch der gewöhn- 
liche Spitzbogen vor.  Wir wagten nicht bei dieser Beschreibung der 
Moschee mehr ins Detail zu gehen, denn die Treue der Zeichner schien 
uns hier aus mehreren Umständen ein wenig zweifelhaft Viellßißhi 
bringen uns die folgenden Hefte einzelne Details dieses höchst merkwür- 
digen Gebäudes. 
Berliner Museum. 
Tizian. 
(Museum, 
1833, 
Die Gemäldegallerie des Berliner Museums zeichnet sich durch eine 
grosse historische Vollständigkeit  die erste Forderung an eine öffent- 
liche Gallerie  vor andern Sammlungen aus; man hat, für die verschie- 
denen Länder und Zeiten, die Belege mit gleicher Sorgfalt und mit gleichem 
Glück erworben und angeordnet. Nur einige der ersten Meister sind ngeh 
durch minder bedeutende W erke Vertreten, oder es fehlt ihr Name über- 
haupt noch im Katalog. Zwar Waren in den Sammlungen, daraus die Gal- 
lerie des Museums zusammengesetzt oder ausgewählt wurde, bekanntlich 
mancherlei erste Namen Vürhafldwßll; (10911 hatte man die löbliche Absicht, 
ein Gemälde mit zweifelhaftem laufschein lieber einem geringeren Künstler 
zuzuschreiben, als durch leeren Nnmenprunk das Auge des unbefangenen 
Besehaners jrrezuleiten. Indess, bei den bedeutenden Mitteln, welche durch 
die Freigebigkeit Sr. Majestät des Konigs dem Museum zu Gebote stehen, 
lässt sich 1105611, dass jenem Uebelstande in wenigen Jahrzehnten abge- 
holfen sein wird. 
So eben ist ein neuerworbenes Bild yon Tizian (dessen Werke in der 
sonst reich vorhandenen venezianischenwßchule gänzlich fehlten) aufgestellt. 
Nicht bedeutend an Umfang, llßflh im (Iomlmsftlßll, Yeißht dasselbe gleich- 
wohl hin, die Stelle, welche dieSCY gYOSSC Kilnstler in der Geschichte der 
Kunst einnimmt, hinlänglich zu bezeichnen. Ls ist das Portrait von Tizians 
Tochter Cornelia, Kniestück, iiberlebßnserosß; _V0_I1 dem Abbate Cellotti, 
welcher dasselbe aus dem Besitz einer venezianischen Familie an sich 
gebracht, zu Florenz gekauft. Halb dem SBÖSCIIEIUGI; ilenRücken zuwendend, 
blickt sie über die rechte Schulter nach diesem zui-uck, indem sie mit beiden 
Händen eine silberne Schüssel mit Früchten emporhebt. Sie trägt ein Schweres
        

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