Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485246
Die Kirche S. 
Micchele maggiore zu Pavia. 
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und jene drei gleichfalls italienischen Künstler, Ursus, Joventinus und Jo- 
vianus, die, unter der Regierung des Liutprand, ihre Namen auf barbarisehe 
Weise in ein steinernes Tabernakel oder Ciborium gemeisselt haben, davon 
man gegenwärtig einige Fiägnilente  lalpidaäriscläen Museum von Verona 
sieht Künstler, die verrnu ic nic me ir a s ro ie Steinhauer waren,  
wenn man diese nicht berücksichtigen will, so ist auch nicht der Name 
eines einzigen Architekten aus den Zeiten der Longobarden auf uns ge- 
ommen ü. 
k Und [auf ähnliche YVeise dürften jene Magistri Comacini (vermuthlicli 
von Como) nicht mehr als einfache Maurerineäster sein, weltcheNmaiiZom 
König Rotar in seinen Gesetzen erwähnt [in et, wo es un er o. so 
lieisst: Si ma ister comacinus cum collegis suzs domum ad restaurandum 
vel jhbricandugi super se placito de Mercede susceperit etc. 2).  
Was Pavia anbetrifft, so war diese Stadt dazumal zwar der gewohn- 
liehe Sitz der longobardischen Könige, aber sie war zu Jener Zeit weder 
so reich noch so mächtig, wie nachmals. Und Jene llilonafßhell SelbSt 
konnten nicht im Besitz grosser Reichthümer sein, da sie wirklich nicht 
mehr waren, als die obersten Magistrate eines militärischen Staates, in 
welchem fast so viel unabhängige Herren waren, als Herzöge in den Pro- 
vinzen. Und wenn die Völker ein wenig unter der Regierung des Cuni- 
bert und des Liutprand aufathmeten, die nicht geradezu wie Barbaren 
herrschten; wenn es scheint, dass damals die Künste auf gewisse Weise 
begünstigt wurden, so lässt sich dasselbe nicht .von den Zeiten des Gri- 
moald und der anderen Vorgänger in der Herrschaft sagen. 
Es konnte sich aber die Stadt Pavia auch nicht im neunten oder im 
zehnten Jahrhundert in cinemdso glüclälichezln Zustäindedbefixriden", darauä 
twa 551111555511 könnte, ass sie ama s gen gen es ermogen un 
Ilgggntfiiiss besessen habe, um nicht nur ein so prächtiges Gebäude, wie es 
ihre Kirche San Micchele ist, zu errichten, sonderdaiich San Giovanni in 
Borgo und die anderen, diesen ähnlichen, welche in derselben Stadt sind 
oder waren; welche, da sie in demselben Styl erbaut sind, auch, wie man 
vernünftiger Weise voiäausätzemäusänaltle alshyerlärel einer und dirselbe? 
 hten sin  enn i uss e nie  W01 zu sagen, o , naci 
ägä äiloäeatiäzijrls des Grossen bis zuin elften Jahrhundert, das Schicksal 
unserer Vorfahren, stets in der Willkür von Itremdcn oder von USUTPE-toreni 
besser geworden sei, als es untendem friedlichen Reglment dfiT Longobar" 
den gewesen War, die bald Christen und_ Italiener, Vülßnwll", geworden 
man Die Anal-Chic, die bürgerlichen Zwistigkeiten, die ausserste Unwis- 
W h " 5' beiden Jahrhunderte, Verbunden mit den fortwährenden Ein- 
igliäegitdeäesällägam und. der Saracenen und mit jener Furcht, welche das 
verkündete Ende der Welt erweckt hatte, nlilachten dioäse Periode so traurig, 
dass man sich nicht m51 31119;; gäauens ent ie t, son ern auch die alteren 
Gebafilifse zlelhiitis-UJSS-iiiiiilideai-lt insonderheit hatte jeden Gedanken von guter 
Architektur ausgelöscht; auch die technische ßrtigkßjlt der Mflgistfi Casarii 
oder comacini (oder "deutschen Meister j, die in gewisser Weise bisher den 
Mangel jener hatte ersetzen können, war, aus Mangel an Uebung, vergessen. 
Damals m5„ gegen den Schluss dieses Jahrhunderts, war es, dass Otto der 
 Maffei. 
scriptores Vol. 
Verona illust. Lib. 
I. par. 2. p. 25. 
partc 
Lluratori. 
Rerum italic.
        

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