Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485206
Micchele 
D ie Kirche 
xaggiure 
Pavi 
207 
Periode in der Geschichte der Baukunst des früheren Mittelalters klarer 
und iinzweifelhafter sein, als eben diese.  
Eine Kirche, welche zu Pavia dem Erzengel S. Michael gewidmet und 
gegen die Mitte des siebenten Jahrhunderts, zu den Zeiten des Königs Gri- 
moald vorhanden war, nennt Warnefrid, und zwar an der Stelle seiner 
Geschichte, wo er erzählt. dass Unulph, der Vertraute des Königes Bertarid, 
nachdem er die Flucht seines Herrn aus dem königlichen Palaste, der von 
Grimoald zu seiner Wohnung bestimmt war, bewerkstelligt hatte, ein Asyl 
in der benachbarten Basilika des Erzengel S- Michael Sjwhte 1). Dies Fak- 
tum, obgleich es der Geschichtschreiber nicht allsdnlckllch Sagt, 1111185, nach 
dem Zusammenhange, sich in Pavia elfßlänet habelh    
Auch in dein folgenden Jahrhundertrfinrlet man diese _Basilika von 
demselben Warnefricd erwähnt, in dem Vfl-lßll seiner GßSßlllChtev W0_e1 
erzählt, dass, während der König Luitprand in seinem ldälästß, 011119 Zwßlfßl 
zu Pavia, zu Gericht sass und ein Ui-theil gegen einige Loiigobartleu aus 
Friaul fällte, einer von diesen, Namens Hersemar, um sich 861118111 bnwillen 
zu entziehen, ebenfalls in diese Kirche entfloh  dass man sich dlß- 
selbe, auch durch diese Erzählung, als verbunden mit der koiiiglichen Woh- 
nung denken muss.     
Nach dieser Zeit aber geschieht ihrer nicht mehr Erwahiiung in der 
Geschichte der Lengobardeii, und ebenso wenig kann man eine Nachricht 
über sie aus den alten Dokumenten der Stadt Pavia schöpfen, da die 
Archive mehr als einmal verbrannt und zerstreut worden und sehr wenig 
Dokumente, älter als das elfte Jahrhundert, erhalten sind. 
Bei. den Schriftstellern, die in die Zeät ußnärtrtleiä Schlusst desIelrsten äahtr- 
 h"ren wird aufs Neue e en ie 1 e es ze in en airiun er s, 
Zilslgggiagäidc IilTClIE erwähnßliäelche dem heiligen ltlichael gewidmet 
war; und sie wird San Micehele maggiore. genannt, vielleicht um sie von 
einer anderen zu unterscheiden, die gleiches bamens, aber geringer an 
Umfang oder anderweitigen ltigenschatten war und in derselben Leit dort 
vorhanden sein konnte. Auch wird dies nicht wunderbar scheinen, wenn 
man bedenkt, dass die Verehrung sehr gross war, welche saiiiintlicheldar- 
baren, insbesondere aber dieLongobarden, ZIIäJGDGII Zeiten diesem heiligen 
Engel darbrachten; der Konig LuitlprgiidAz).   pflägte slein Bild_aut seinen 
Fahnen zu tragen und er hatte auci ie sic it, assel e auf seine Munzen 
Inägfhlglff: 11351222. auch der Ursprung dieser Benennung sei, so kann man 
doch nicht Zweifeln, dass in einer kurzen, von Muratori herausgegebenen 
    v n ihr es rechen werde, wo man fol endes 
Qhwnlk der I-Q-nnge Itälllnsliso que (lzäitzlr major, fuermzt electi et cogronati 
hast: In Baszhca Slbjl ltc lsajllius ejus 3). Und diesselbe Faktum findet sich 
fvgiggdzaltidlitsirftdellidäiiijiyaä lambecianz" 4) und bei dem novalesisclien Chrono- 
graphen. 
1) Cum Unulfus in beati archangeli Illichaelis basilicam confugium fecis. c 
de, '1)g gestis Longobardorum. Lib. V1. c. 51. Siehe auch: Assemanno. Scriki 
hiat. ital. Tom. I. p. 454,  2) Tunc rea; in iudicio residms     praeceplzt' 
Hoc modo iis Longobardis comprehensis, Ilersevnar, qui um", ex m'a fuemt um; 
ginato gladio     in basiticanz beali Miclmelis confug1,g_ pauli Diaconiz De 
gestis Longobardorum. Ixib. V. I. c. 51.  3) Muratori. Annali d'Italia au, 
amw 950,  4) Bercngarius cum filio suo Adalberto      in Civitate ßapia 
ad absidam S, Michaelis sie clvcti sunt regrs. Lila. V. c, 4, '
        

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