Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485164
Micchele maggiore 
Die Kirche 
Pavia. 
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gewöhnlich, die Tribune und den Baum zunächst vor derselben, in welchem 
der Altar stand. Silberne Schranken (myuliösg legal), welche zwischen 
den, vor der Tribune befindlichen kleineren Pfeilern gezogen waren, trenn- 
ten dasselbe von dem übrigen Raum der Kirche. Die Schranken waren 
mit Säulen und Bildwerken und mit dem Namenszuge des Justinian und 
der Tlieodora geschmückt; drei Thüren (öiytu övgioe), mit Teppichen ver- 
hängt, führten in das Innere des Allerheiligsten. An der halbkreisrunden 
Wand der Tribune standen die Bänke der Priester (eüvögovog). Vor ihnen, 
auf einigen Stufen erhöht, der kostbare, goldene, miteinem überaus präch- 
tigen Ueberbau (ntßoigtov) versehene Altar tövlrßvlöftwwvi" 1901x8511 28917)? 
Purpurteppitzhe zwischen den Säulen des Ciboriunis verhulltcn denselben. 
 Der Gesauimtraum vor dem Allerheiligsten hies Naos. (voeog); der lheil 
des Naos zunächst den Schranken des Allerheiligsten, zwischen den beiden 
Nischen zu deren Seiten, Solea (ooläoz). Letzterer, dessen Boden um ein 
Weniges über dem übrigen Naos erhöht war, dlentefdem ChOÄdeF latef" 
nischen Kirche entsprechend) zum Aufenthalt der niederen (ieistllchkßlf- 
In der Mitte desselben, zunächst dem unter der Kuppel betindllchell Hallpt" 
raume, stand eine Kanzel (änßmr) mit 2 Treppen. Die eine der beldßll 
erwähnten Nischen (ngöäsatg) diente zu den Vorbereitungen des Altar- 
dienstes, die andere (özomoiltndw) zu den Lectionen der Diakouen nach voll- 
brachter Messe.  In dem übrigen Theil der Kirche befand sich das Volk, 
die Weiber auf den Gallerieen (yvvaiuatow).  Die innere Vorhalle 
(qwig-Üng) war insbesondere der Ort für die von der kirchlichen Gemein- 
schaft Ausgeschlossenen, welche zwar den Vortrag der heiligen Schrift und 
die heiligen Gesänge hören durften, vom Anschauen der Mysterien aber 
gänzlich getrennt waren. Doch kommt der Name vugthygnicht bloss für 
die eine oben beschriebene Vorhalle vor: er wird allgemeiner für sammt- 
nahe neben der Kirche ge1QgCl1eI1?OI'tlkel'l gebraucht, welche zu ahnlicheni 
Zweck dienten Bei der Sophienkirche werden einmal  Narthekeuerwahnt, 
d_ 1,_ die Vorhalle mit dem vor ihr befindlichen Portikus und die beiden 
Portiken auf der Nord? und auf der äudseite der liirche. Exidlich scheint 
auch im Innern der gnechlschen Kirc e,1 wie zuweilen in der lateinischen, 
wenn der äussere Narthex nicht higreieite, ein schmaler Raum zunachst 
der qmm zu gleichem Zweck geson eit worden zu sein.  
zu den Seiten der Tnbune, ausserhalb der Mauern der Kirche, befanden 
sich einige mit dieser verbundene Raume, welche als Sakristeien (rSecre- 
tarimn, diagonicunz, metatorzum, vestzarzzmz, scevophylaczzim etc.) dienten. 
DIE 
KIRCHE 
MICCHELE 
MAGGIORE 
ZU 
PAVIA. 
(Museum, 
für 
Blätter 
bildende Kunst, 
1834, 
Nro. 
Die in der Ueberschrift _genannte Kirche Ihat lange für einen charak- 
teristischen Bau aus der Zelt der {ongobfxrdlschen Herrschaft in Italien 
gegolten. Indem diese durchaus wlllluirhvhc Annahme  und
        

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