Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1485153
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an jene lehnen, so wie in der Halbkuppel der Tribune, sind je 5, in den 
Halbkuppeln der, zu den Seiten der Tribune und des Einganges befindlichen 
Nischen, je 3 Fenster. An den Seitenwänden der oberen und unteren Gal- 
lerie, so wie der Seitenschiffe, sind ebenfalls Fenster befindlich. Sämmt- 
liche Fenster sind im Halbkreis überwölbt.  Die Vorhalle, welche sich 
nach innen, zu duch 7 Thüren ölinet, deren mittlere höher als die übrigen 
(TICUÄÖUßOlGLÄLMÖQ), hat nach aussen 5 Thüren, dazwischen 3 mal 4 Fenster. 
Verschiedene Thüren befinden sich in den übrigen Seitenwänden. Sämmt- 
liche Thüren zeigen einen geraden Sturz. 
Die Wände und Wölbungen des Gebäudes sind aus gebrannten Ziegeln 
erbaut; die Bekleidung derselben besteht zum Theil aus verschiedenfarbigem 
Marmor und edlen Steinen und Metallen, zum Theil aus musivischen Ge- 
mälden; auch der Fussboden hat musivischen Schmuck. Die grösste Pracht 
war bei der Ausschmückung des Allerheiligsten angewandt. Der Marmor 
zu den Wänden und Säulen ist grossentheils von antiken Gebäuden ent- 
nommen. Die Blätterkapitäle der Säulen  sind mit ausserordentlicher 
Zartheit in durchbrochener Arbeit gemeisselt (S. Vitale in Ravenna) 2); an 
einigen befindet sich das Mouogramm des Justinian und seiner Gemahlin, 
der Theodora. Auf den Kapitälen scheint ein besonderes Kämpfergesims 
zu liegen, welches die Archivolten der Bögen trägt. Es werden Glasschei- 
ben in den Fenstern erwähnt. Unzählige silberne Lampen, in verschie- 
denster Gestalt und Verbindung, erhellten zur Nacht die Kirche; die kost- 
barsten Gefässe waren im" Uebertluss vorhanden. 
Die Länge des Gebäudes von der Thür bis zur Tribune beträgt nach 
Evagritzs (bei Du Gange] 190 Fuss, die Breite 115 Fuss. Gyllius giebt die 
Länge auf 240 Fuss, die Breite auf 213 an; mit letzterem stimmt der von 
Grelotius gegebene Grundriss. Das Museum Worsleyanum bestimmt die 
Länge auf 250, die Breite auf 228 Fuss. Die Höhe der Kuppel über dem 
Fussbeden beträgt nach Evagrius 180 Fuss; die Höhe der grossen Bögen, 
welche die Kuppel tragen, giebt Gyllius auf 142 Fuss an, welches Maass 
dem von Evagrius gegebenen zu entsprechen scheint. Der Durchmesser 
der Kuppel hat, nach dem Museum Worsleyanum, 108 Fuss. 
An der Westseite befindet sich ein viereckiger Vorhof (ozütfy; yozg- 
aovoariiarov, von Garcio  Garcon, Diener der Vornehmen, die hier zurück- 
bleiben mussten), innen von 4 Portikcn, die mit Musiven geschmückt waren, 
umgeben. In der Mitte desselben ein Springbrunnen von Jaspis (qzioclry; 
lsovzdgtov, von den Löwen, aus deren Mäulern das Wasser strömte). Aelin- 
liche Portiken befanden sich auch auf der Nord- und Südseite. Auf der 
Südseite steht noch das achteckige Baptisterium mit einer Stellung von 8 
Säulen im Innern. 
In der äusseren Ansicht erscheint durchaus die mittlere, verhältniss- 
niässig flache Kuppel als vorherrschend, zu welcher sich die niedrigen 
Dächer, die kleinen Kuppeln auf den Ecken, die Halbkuppeln malerisch 
emporbauen. 
Die Bedeutung und Benutzung der inneren Räume ist folgende: -Das 
Allerheiligste (ßünu, isgarsiov, äövrov) begriff in dieser Kirche, wie 
1) Grelotius (bei Banduri): Grec gothisö, barbarisä.  2) Eillß bßsßnderß 
Sorgfalt und Mühsamkeit in der Ausführung des Ornaments liegt überhaupt im 
Charakter der byzantinischen Kunst; das beweisen unter andern die griechischen 
gemalten Pergament-Handschrifteu.
        

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