Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1484745
III. 
Reiseblätter 
vom Jahr 
1832. 
161 
gondem nebeneinander auf das Brett genagelt. Von der Darstellung (ins 
Gemarterten, convulsivisch Bewegten, welche die byzantinischen liunstler in 
der Bildung der Cruciiixe vorzuziehen pflegen, ist diese Arbeit durchaus 
fern, Das Gesicht ist ernst und ruhig, wenn auch ohne besondern Aus- 
druck, das Ganze durch ein glückliches Streben nach Form, überhaupt durch 
ein eigenthümlich feines Natui-gefühl ausgezeichnet; nur die Hande, beson- 
ders die Finger, sind noch starr. Die Arbeit ist aus sechsvhlfenbeinstucken 
zusammengesetzt: die obere Hälfte des Körpers mit dem Kopfe, die beiden 
Arme, der Schurz, die beiden Beine. Es sind mehrfache Restaurationen 
damit vorgenommen, doch nicht in der Ausdehnung, dass das _VV erk hie- 
durch in seiner wesentlichen Bedeutung gelitten hatte. _Ncu 15h Wllßbßll 
kleineren Ergänzungen, ein grosser Theil des rechten BOrlllS. Nillilißl, 
Wenigstens schon Seit einigen Jahrhunderten tortgefuhrter Fiadition ist (as 
Cruciüx dem Dome durch Kaiser Heinrich 11., 1m Jahre 1008i desßhelikt 
werden. Wenn dies der Fall, so würde angenommen werden, dass (lässt? be 
aus der ersten selbständigen, noch frischen ltntiirickelungszeit der lyfzän- 
tinischen Kunst herrülire (denn in der vorangtfhende" altronllsch chrfstfc en 
Epoche kann es nicht gefertigt seiii, da iii dieser noch keine Crucifixe ge- 
bildet wurden, auch die Arbeit Nichts von den Nachklnngßn des Spifcleu 
römischen Kunstgtyles hat); doch kennen wir einstweilen auch aus Jener 
Zeit Nichts, was der Würde dieser Arbeit entspräche. Sehen wir dagegen 
 wozu uns die Kritik in andernrFällen oft genug zwingt  von der 
Tradition ab, so würde der Ansicht, dass das Crucifix aus der schönen 
Zeit des künstlerischen Aufschwunges um und nach 1200 herrühre, nichts 
NVesentliches entgegen stehen.    
Der westliche Chor des Domes tritt iii das Querschiif vor und wird 
von den Flügeln desselben durch Brüstungsiiiande "ilbäetlicnlli- An deY 
Aussenseite der Brüstungswand im südlichen, lxreuzflugßlr, 111 40112111 def- 
selben befindlichen Nischen, sind unter der Tullßhe am  anfläiemaldß, H91- 
ligenüguren darstellend, zum Vorschein gclfommeil, deicnßeichnungdeiiie 
würdige, sehr edle Ausbildung des byzantinischen 33'195: W19 (1156 {m "31" 
zehnten Jahrhundert stattfindet, erkennen lasst. die geben somit wiederum 
einen schätzenswefthen Beitrag für die künstlerische Entwickelung dieser 
Periode.--  
Die Kirche zu St. Jacob, 1073 begonnen, P09 Vfneddetlzdeflchlgä 
vom Jahre 1482. Eine streng romanische Säulenbasililia. Awiärväiäßikapsiiglfllizan 
Säulen, jede aus einem Stückäm" dem gewohnhc in schmückt ähdlicli 
einer Halbsäule ist das Kapital mit arabischem Blgttwäigi gäer Aegydiienkirche 
 wie dergleißhen in der Eucharlyskap; e einen eine eiventhüm- 
 zu Nürnberg vorkommt): Die landen aiägiife am Halbkrräis über- 
 lißhe Uuliibililtlägg  fldldh gedecktl Gegenwärtig über 
 r    2D 
 ggääieunclnäeitenschiiien eine gewölbte Bretterdecke.   
      
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 Thexdäelclh aläälldllfl Erdbebän im Jahre 1117 neu gebaut und 1121 
  .ht Hiezu gehören daskQuerschitf und die Pfeilerstellung 
 gewel .(ySChiH'ßS. Die Pfeiler sind viereckig, mit in die Ecken 
17745;. (1,65 Lan" Si- 1enwnlsten welche an den Halbkreisbögen mit 
emgelassenen i'll "b  n Theile namentlich auch die Fenster dPS 
(si_ Jacob) herumlaufen. Die u rige 1 n 
Kugler, Kleine Schriflvli- 
        

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