Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1484601
III. 
J ahr 
Reiseblätter vom 
1832. 
147 
dim Die Sägen haben hohe Kapitale und starke Deckgesimse; die Formen 
derselben und des auf die Kapitale flach aufgelegten _Blattwerk_6S tragen 
das Gepräge des frühgothischen Styles. Der Brunnen ist also ein eigen- 
thümlich interessantelsl Dlenknialrdieäir Argliitfkäur-lläpotcläz. d  1 
E'ne Stunde sü ic von 4118 er" reg as or ie erweisse  
Auf dlem Edelhofe am Ende des Dorfe: fand ich ein merkwürdiges, im 
Innern sehr wohlerhaltenes und auch im Aeussern nur durch einen geringen 
höheren Aufbau für das neue Dach wenig entstelltes Bauwerk vIOIDQDISCIIäGD 
Styles. Es war mir als eine templerische Anlage  las 
Gebäude besteht aus zwei beschossemdas äntere 7) gigenugartägs ab; äire; 
stall dienend  war fur gotteädiensälcilcifiee Yigäclgiäeicliärllil-llglhä durch zweß 
nie rige l n  1  
l mal drei Pfeiler mit Rundbögen getrennt. D10 
X14 Pfeiler sind viereckig mit Halbsäulen auf den 
viel. 56mm, die Kapitale der letzteren in einer 
rohen Reminiscenz antiker Kapitalform gebildet. 
Den Pfeilern correspondiren flache tVandpfeilßr. 
x-h   Einfache breite Gurtbögen verbinden Pfeiler und 
r ßl xxxi Wandpfeiler; dazwischen sind ISreIizgCWOÜJG 
 (  ohne Gurte eingesetzt. Au den (rewolben be- 
 vs 1 I  merkte ich Spuren alter byzantinischer Malerei, 
 h. i-I  Gestalten von Heiligen u. dgl. Die Altarnische 
 (iik-; ist lialbrund, im obern Geschoss achteckig. Im 
   Aeussern laufen über beiden Geschossen rund- 
! il bogige Friese hin, die des Untergeschosses, von 
 i denen Lissenen niedergehen, noch durch ein an- 
   derweitiges Ornament ausgezeichnet. An dem B0- 
; l  gen einer Thür auf der Südseite fand  eineNa- 
mensinschrift wohl die des Erbauers: 0 framus. 
Zu Pforzheim war mir die Schlosskirche wegen der etwas seltsamen 
und freilich nicht ganz klar verstandenen Behandlung des romanischen und 
des Uebergangs-Styles, die sich daran kund gab, merk- 
  würdig. Die NVestfagade (der untere Theil des Thurm- 
 baues] ist durch horizontale und vertikale Gesimsstreifen 
 mehrfach in rechtwinkliger Weise getheilt; einem ober- 
 wärts hinlaufenden zierlich profilirten Rundbogenfries 
 entspricht aber ein weiter unten befindliches, schwer aus- 
gifzßfl- ladendes Gesiins nicht sonderlich. Besondern rechtwink- 
 ligen Einschluss hat das in der Mitte befindlicherundbßglge 
 Hauptportal. Dasselbe ist reich, aber Schwerääulg geälle" 
 dem,  dieselbe Gliederungin der Bogenwolbung und 
17x17"   "nden die zu leich mehr als es sonst 
yy in den Seitengewa 1 g 7  
 üblich ist, aus der Mauerfläche vertritt. Die gesammte 
 "Z Weise dieser Gliederung ist hier nach dem Bogenprincip 
 construirt und in solcher Art an den Seitenwänden hinab- 
(fj; {"11 t, iahrend sonst im romanischen Style noch das 
 ängeliehrte Verhältniss vorzuherrscheii pflegt, dass nein- 
 lißh die Seitengewände und deren Bedingnisse das Princip 
i! der Gliederung abgeben und. dieses (oftuohne alle Modi- 
fication) im Bogen emporsteigt. Das Kampfergesims des 
ggfifljsfsßsßfäfflfjiäj Portales ist ebenfalls reich gegliedert, wenig ausladend,
        

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