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Deutsche Kirchen
und
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Denkmäler.
mit schlichtem, einer mit krausem Haar (welches letztere roh, in Buckeln,
gearbeitet ist). Ihr Gewand ist eigenthümlieh: ein glatt anliegendes Unter-
kleid mit kurzen, etwas weiten Aermeln, die bis an den Elbogen reichen;
darüber, wie ein Schurz, ein faltenreichesßOberkleid, welches um die Len-
den geschlagen ist; die Füsse sind nackt. Jede Figur kniet auf einer
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gesonderten Bronzeplatte. An allen ist der Kopf offen, die Hände abge-
brochen; eben so der hinter den Figuren stehende kleine Pfeiler, in den
jetzt eine rohe EisellSlarlge als eigentlicher Träger des Würfels eingelassen
ist. Wahrscheinlißh trugen sie früher auf Kopf und Händen eine Art Ka-
pitäl und darüber erst die Ecke des Altares; und zwar so, dass dieselbe
weiter vorgerückt war, als in dem jetzigen Zustande des Monuments, was
sich aus einigen äusseren Kennzeichen ergiebt. Der Styl dieser Figuren
ist streng und trocken, im Einzelnen ohne rechtes Verhältniss; gleichwohl
ist in ihnen der Ausdruck einer gewissen Kraft, so wie eine Ahnung von
Form zu bemerken. Was nun das Alter und den Ursprung dieses so höchst
eigenthümlichen Werkes betrifft, so möchte es sehr schwer sein, darüber
mit Bestimmtheit etwas zu sagen. Der älteren Annahme, welche dasselbe
zu einem Altare des Krodo, d. h. zu einem heidnisch-germanischen Werke