Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1484346
III. 
Reisßblätter vom Jahr 
1832. 
121 
sich leicht und schlank über die Seitenschiffe empor, welche mit einer 
Reihe zierlich gebildeter Giebel, den einzelnen Querdächern über den ein- 
äelnenl Gewöllbiaä delzi Seignsähide entsprechend, geschmückt sind. Einen 
eson ers wo t uen en in ruck macht der Chor mit seinen mehr ausge- 
breiteten, Zlviefachen Yorlagen der Seitenkapellen und des Bischofganges;  
einige fremdartig scheinende Elemente, z. B. das flachere Dach über dem 
Bischofgange (obgleich dasselbe durchaus motivirt ist) geben diesem Theile 
des Doms einen eigenthümlichen Reiz. Doch auch, wenn man also jenes 
ersten EindruckesHerr geworden ist und nun mit anatomischer Ruhe zu 
untersuchen beginnt, was der eigentliche Plan des Baumeisters war, was 
aus früherer Zeit vielleicht in das Gebäude mit aufgenommen, was in spä- 
terer hinzugefügt sein mag, auch dann noch findet man des Ueberraschen- 
den und Originellen so viel, dass es schwer hält, zu einer bestimmten 
Ansicht darüber zu gelangen. Denn allerdings erkennen wir bald in der 
Construction des Chores ältere Motive als in der des Schiffes, aber der 
Uebergang von dem einen in das andere ist, namentlich im Innern, auf eine 
so unrnerkliche Weise durchgeführt, die neueren Formen stehen in einem 
so wenig schroffen Widerspruch gegen die älteren, wie es mir noch an 
keinem andern Bauwerke der Art vorgekommen ist. 
Büsching 1) ist der Ansicht, dass der alte, von Kaiser Otto I. ini Jahre 
962 gestiftete Dom nicht, "wie man früher annahm, auf der nordöstlichen 
56m des DOIIIPIMZCS, sondern eben auf der Stelle des jetzigen Domes 
gelegen habe; er sieht in dem, was wir jetzt noch als hohen Chor bewun- 
  dern, das Werk, welches Otto der 
51'  "äsL Grosse erbauen liess  wenn er 
V9 wm-rfwwsz;    7  
I],   auch in Manchem, z. B. 1n dem 
(i ütliitliiiiililtilitttiiiiyygwee durchweg herrschendenSpitzbogen, 
im   verändert sei. Und wirklich möchte 
i.  "Wies.  da de lt Dom erst im Jahre 
am    es, 1' 3. 6 
  Für-krasser  1207 abgebrannt ist schwer werden, 
 {(59411     " 
 jene kurzen Pfeiler, welche den Chor 
 von dem unteren Umgange trennen, 
heßWnQrla-tss:        
 jene vollig byzantinisch gebildeilen - 
 i; X  Nl Blätterkapitäle jenes mit griec 1- 
 QÄQ i?   scher Strenge gemeisselte Akanthus- 
1?  [ä  VII  blatt , welches im Chore häufig 
HE,   vorkommt, noch als Werke des 
  ä  dreizehnten Jahrhunderts gelten Zu 
 17 5   lassen. 
   Uebrigens bezeichnet auch der 
  er" 542-1314515115.   
   Hauptstyl des Schiifes, insbesondere 
 "x soweit es sich nicht über die Höhe 
 T der Seitenschitfe erhebt, noch die 
 3;! erste Epoche des Spitzbogenstyles: 
Säule im eben massenhafte Verhältnisse, dicke runde 
1) Reise durch einige Münster und Kirchen des nördlichen peutsch1ands_ 
S. 134 u. s. f. (Es bedarf gegenwärtig  1851  der Bemerkung nicht, dass 
Biischings Ansicht durch das Ergebniss der neueren Forschungen durchaus um- 
gestossen ist und dass auch die alterthiimlichsten Theile das Magdeburger Domes 
erst der Zeit nach dem Brande von 1207 angehören können.)
        

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