Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1484325
II. Studien in Berlin und der Umgegend. 119 
in das barocke Wesen des siebzehnten Jahrhunderts übergingen. Unstreitig 
gehörten die Arbeiten überhaupt erst dieser spätern Zeit an und liessen es 
erkennen, wie lange hier, neben diesen barocken Formen, doch auch noch 
die rein mittelalterlichen ihre Geltung zu behaupten vermochten. 
Die eben angedeuteten Studien führten mich zu einem Unternehmen, 
oder vielmehr zu dem Probehefte eines solchen, welches unter dem etwas 
kühnen Titel "Denkmäler der bildenden Kunst des Mittelalters in den 
Preussischen Staaten" (Quer Folio) erschien. Es war dabei zunächst auf 
eine Darstellung bildnerischer Gegenstände, die den östlichen Provinzen 
angehören, abgesehen. Das Heft enthält ornarnentistisohe Darstellungen, 
wie die vorstehend mitgetheilten, architektonische Schmucktheile, Holz- 
schnitzarbeiten, gemaltes Ornament, das letztere zum Theil aus den in 
Gemälden angebrachten Verzierungen, auch das Mittelstück des grossen 
Altarschnitzwerkes von Bernau. Mit geeigneter künstlerischer Kraft ausge- 
führt, dürfte ein derartiges Unternehmen allerdings belohnend werden.  
Dann schrieb ich, wenig später, den erläuternden Text zu dem schönen 
Werke von J. H. Strack und F. E. Mcyerheim: "Architektonische Denk- 
mäler der Altmark Brandenburg, in malerischen Ansichten aufgenommen," 
welches in vier Heften in Folio mit meisterhaft gearbeiteten Lithographieen 
erschien. Der Text hat zu Wenig selbständige Bedeutung, als dass es hier 
thunlich wäre, auf denselben näher zurückzugeben. Ich kann es mir indess 
nicht versagen, an dieser Stelle flüchtig an den Inhalt jener Hefte, der für 
das Monumcntalstudium um so wichtiger ist, als den merkwürdigen Denk- 
mälern der alten brandenburgischen Mark noch keine weitere bildliche Dar- 
stellung zu Theil geworden ist und dieselben hier zugleich mit ächt künst- 
lerischem Sinne aufgefasst sind, zu erinnern. Da treten dem Beschauer die 
ernsten kirchlichen Gebäude von Stendal, Tangermünde, Salzwedel, Jerichow 
u. s. w., die kühnen und zum Theil prächtigen Thorbauten dieser Städte, 
die vielleicht nur mit den spanisch-Inaurischen zu vergleichen sind, die 
Beispiele der eigenthümlich dekorativen Gestaltung der Architektur, die  
wie die Facade des Rathhauses zu Tangermünde  dem Bau mit gebrannten 
Steinen in den nordöstlich deutschen Landen ein so charakteristisches 
Gepräge aufgedrückt haben, in anschaulicher Gestalt entgegen.  Noch 
Später (1836) erschienen zwei Hefte "Denkmäler mittelalterlicher Kunst in 
den Brandenburgischen Marken" von A. von Minutoli, ohne dass aber, 
soviel mir bekannt, auch diesem, treftlich angelegten Unternehmen eine 
weitere Folge gegeben wäre. Noch harren die Marken  wie freilich noch 
S0 mancher andre Theil Deutschlands  ihrer knnstgeschichtlichenDurch- 
forgchung und einer genügenden, auch das Einzelne charakterisirenden 
bildlichen Darstellung ihrer Denkmäler. Die, elnem verwandtemCultur- 
kreise angehörigen Denkmäler von Pommern werden, soviel meinerseits 
für dieselben geschehen, irn Fortschritt dieser Sammlung ihre Stelle finden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.