Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1483030
meine Feder in jüngster Zeit schweifte und wohin sie noch weiter 
geführt werden sollte. Es gelingt eben nicht einem Jeden, still sitzen 
zu bleiben, wenn es ihn mit Macht da oder dort hinaus zieht. Doch 
aber hatte sich mir, mitten in diesem Drange neuen Schaffens, das 
Bediirfniss geltend gemacht, einmal auf das bisher Geleistete zurück- 
zuschauen, Abrechnung zu halten mit der Vergangenheit. Es ist doch 
nicht ganz löblich, ungeordnete Angelegenheiten, halbvergessene Schul- 
den hinter sich zu lassen, zumal wenn man mit seinen Gedanken auf 
Reisen geht, deren Dauer und Erfolge man nicht imVoraus weiss. Neben 
ein Paar grösscren wissenschaftlichen Werken,  denjenigen, deren 
Neugestaltung ich, als mich selbst Andres daran verhinderte, Deiner 
Freundschaft verdanke,  war im Lauf der Jahre Mancherlei von 
kleineren Schriften, Abhandlungen, fliegenden Blättern, Journal-Auf- 
sätzen, Zeitungs-Notizen in die Welt gegangen. Ich trug zusammen, 
was ich von diesen Dingen bewahrt hatte oder auf's Neue in die 
Hände zu bekommen wusste; ich fügte hinzu, was noch unverarbeitct 
in Reisetagebüchern vorlag. Es war ein fast verwunderliches Neben- 
einander. So bunt die Wechsclfolge der Gegenstände, so wechselnd 
traten mir die geistigen Strömungen der Jahre, die grossen Leiter 
dieser Strömungen entgegen, und noch wechselnder die Standpunkte 
des Schreibers selbst, indem dieser von dem Schülerverhältniss, von 
der dilettantistischen Theilnahme an den künstlerischen Dingen und 
ihren historischen Bedingnissen mehr und mehr  je nach innerem 
Vermögen und äusserer Gelegenheit  in das Wesen derselben 
einzudringen sich angelegen sein liess. 
Ich habe es gewagt, aus diesem Material eine Sammlung meiner 
kleinen sCllriftell und Studien zur Kunstgeschichte zusammenzustellen; 
ich lege das Buch hiemit in Deine Hände. 
Das Material musste vorher freilich nach Möglichkeit gesichtet, 
geordnet, vervollständigt, auch gelegentlich überarbeitet werden. Doch 
hatte dies Alles seine Grenzen, falls überhaupt die Sammlung zu 
Stande kommen sollte. Für das Sichten konnte schliesslich doch nur 
meine persönliche Auffassungsweise der Dinge entscheiden. Du 
wirst 011118 Zweifel lualleherlei unbedeutend Scheinendes finden, zu 
11655611 Beibehaltung ich durch diese oder jene sachliche Notiz, welche 
darin enthalten, durch die, für eine bestimmte Zeit doch vielleicht 
charakteristische Auffassungsweise oder auch durch den Umstand 
veranlasst war, dass es im Wechselbezuge zu andern, wichtigeren
        

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