Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1483962
Studien in 
Bibliotheken 
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Haar und Bart]; er sitzt in einem grossen Lehnstuhl und erhebt Hände 11ml 
Haupt. Oben eine Hand, die Christum (gelbliche Flcischfarbe) einporzieht. 
Daneben der Adler, ziemlich natürlich in Form und Farbe. 
10. Evangeliarium aus Kloster Niedermünster in Regensburg, 
 No. 1) Saec. XII. Gross fol. Zu Anfang verschiedene umystisch allego- 
rische Darstellungen mit reichem Rankenornament und vielen Beisehriften 
versehen. Ich beschreibe eine derselben, welche durch die darin vorkom- 
mende Figur des Todes besonders merkwürdig ist. In der Mitte ist Chri- 
stus am Kreuz, die Füsse auf ein Brett mit zwei Nägeln geheftet, in rothem 
Gewande, mit der königlichen Krone und der priesterlichen Stola. Etwas 
tiefer, zu beiden Seiten des Kreuzstammes, stehen, links: Vita, eine weib- 
liche Figur mit kreuzgeschmückter Krone und reichem Gewande , Gesicht 
und Hände emporrichtend; rechtszlllors, in bleicher Farbe, mit struppigem 
Haar, das Gesicht halbverhüllt, eine tiefe Wunde im Halse, der Körper 
halbnackt, schlecht bekleidet und umsinkend, mit zerbrochener Lanze und 
Sichel. Ein Drache, der aus dem Kreuzesstamme hervorwächst, scheint der 
Gestalt in den Arm zu beissen. Auf beiden Seiten des Blattes sind klei- 
nere Darstellungen: oben S01 und Luna, die sich verhüllen. Dann rechts 
das neue Testament, gekrönt und mit der Siegesfahne, den Kelch auf der 
Krone; links das alte Testament, das Gesicht in dem Rahmen verbergend. 
Gesetzrolle und Opfermesser in den Händen. Unten rechts auferstandeiie 
Todte; links der zerrissene Tempelvorhang.  Vor jedem Evangelisten ist 
dessen Bild; über ihm das dazu gehörige Symbol; unten die Darstellung 
eines der vier Paradiesesströme; in den Ecken noch kleinere Darstellungen. 
Die Zeichnung ist noch durchaus byzantinisch, doch mit einer gewissen 
Formenkenntniss; die Malerei ist sauber, mit Schatten. und lflCllfefll. Die 
Darstellung der Ströme ist die eines nackten Mannes mit zwei Hornern und 
grosser Wasserurne zwischen zwei pilzartigen Bäunien.  Die Handschrift 
befindet sich in einem grossen, mit Goldblech überzogenen Kasten, darauf 
eine sehr rohe Figur Christi in getriebener Arbeit gebildet ist und einige 
musivische Bildwerke, unter welchen schöne Ornamente vorkommen. 
11. Evangeliarinm (Ced. lat. membr. cum pictt. N0. 86) Snec. Xi. 
Die Bilder zum Theil im Styl der genannten Barnherger Handschriften, einige 
scheinen selbst Wiederholungen. 
12. Evangeliarium (ib. N0. 23) Saec. XI. Die Bilder der Evange- 
lien in sehr strengem Styl mit etwas rundlichem Faltenwnrf. Initialen. 
13. Evangeliarium (ib. N0. 31) Saee. XI. Eine im Jahre 1538 ein- 
geschriebene Notiz sagt: Script. ab Ellingcro Abbate Tegernseense (1017- 
1056). Die Bilder der Evangelisten auf Goldgrulnl in dem strengen Style 
der Zeit, init geraden, einfachen Falten, sauber gen1alt;_mit einer gewissen 
Mannigfaltigkeit und Zierlichkeit des architektonischen Ornaments, beson- 
ders in den Calendarien. 
14. Evangeliarium (ib. N0. 57) Saec. XII. Ex B. Canoniae Rot- 
tenbzeclzeizsis. Bilder der Evangelisten, den vorigen des Ellinger sehr 
ähnlich. 
15. Evangeliarium (ib. No. 65) Saec. XI. Ex B. Jllonaliuzn Non- 
bergensizun Salisbury. Die Bilder der Evangelisten; braune Linien, fast 
keine Schattenangabe; sehr einfach geradliniger Faltenwnrf. 
16. Evangeiiarinm (ih. N0. 90) Snec. Xi. Es: B. M. Pollinfiezr.
        

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