Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1483930
Mittelalters. 
Bilderhandschriften des 
aufsetzt; zu dessen Seiten Engel, die dem Kaiser Schwert und Kreuz reichen. 
Der heilige Udalricus und der heilige Emmeramus stützen seine Arme. 
Die Bilder sind hier auf tapetenartigem Grunde dargestellt; das Laubwerk 
der Bäume ist ein rosettcnartiges Ornament. Ornamentirte Initialen. 
 7. Evangeliarium Bamb.  No. 4) Saec. XI. Auf dem Deckel 
ein sauberes Elfenbeinschnitzwerk, eine Darstellung des Todes der Maria. 
Christus hebt die kleine, in Tücher gewickelte Seele empor, sie zweien 
Engeln hinreichend, die Tücher entgegenhalten. Es ist hier viel Ausdruck 
in den Köpfen, doch scheint bereits jenes Verständniss der Formen mehr 
Zu fehlen; dafür ist der völlig byzantinische Faltenwurf um so sauberer 
ausgeführt. Sehr zierlich durchbrochene Architektur.  Die Bilder dieser 
Handschrift sind sehr sauber, meist auf Goldgrund gemalt, scharfe Linien 
in den Falten, aber höchst unglücklich verzwickte Figuren. Vor den 
Evangelien ist, auf zwei Seiten, eine grossc eigenthümliche Darstellung: 
zur Rechten der Kaiser auf dem Thron , neben ihm zwei Geistliche und 
zwei Krieger; zur Linken, sich neigende, gekronte weibliche Figuren; Roma, 
eine Schüssel mit Edelsteinen haltend; Galha mit einer Palme, Gerinania 
mit einem Füllhorn, Sclauiuia mit eine? Scheibe- 
8. Evangeliarium Bamb. (B, N0. 5) Saec. XI. Gross fol., mit sehr 
reichem Elfenbeindeckel. In der Mitte die Kreuzigung Christi. Oben, aus 
den YVolken, reicht eine Hand herab; zu beiden Seiten Kränze, darin, zur 
Rechten, S01 dargestellt ist, im Wagen, mit einer Fackel, und ein Vierge- 
spann lenkend, zur Linken Luna ebenso , mit Halbmond und Bogen, von 
vier Kühen gezogen. Um den Fuss des Kreuzes windet sich eine Schlange. 
Darunter das Grab mit dem Engel und den drei Mariecn; noch tiefer öffnen 
sich die Gräber, und zu unterst sind drei grössere Figuren: ein liegender 
F lussgott; ein Weib mit halbentblösster Brust, sitzend und emporschauend; 
und ein anderes Weib, am Boden kauernd, mit nacktem Oberleib, eine 
Schlange an der Brust und ein Füllhorn haltend. Sämmtliche Figuren sind 
in schwulstigen, dickbäuchigen Formen; die Architekturen der Gräber mit 
Säulen, Giebeln und Kuppeln und mit rundbogigen Fenstern. In dem go]- 
denen Rahmen des Deckels sind musivische Heiligenköpfe angebracht; die 
Umrisslinien, die bei Miniaturen der Zeit gewöhnlich schwarz sind, Werden 
hier durch feine Goldstreifen gebildet, welche zugleich die einzelnen Stücke 
der Mosaik verbinden.  Die Bilder, welche sehr viele und mannigfal- 
tige Darstellungen aus der heiligen Geschichte entfalten, sind in ähnlichem 
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München, 9.)
        

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