Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479463
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n III. 
VENEDIG 
UND DIE BORGIAS. 
E 
politik Unterstützung zu finden. Nicht genug, dass Ludwig XII. 
dem Cesare Borgia die Hand einer französischen Prinzessin nebst 
dem Herzogtitel gegeben und ihm das Recht zugestanden hatte, 
sich aus der Romagna ein Fürstenthum zurechtzuschneiden, es 
sollte nun auch noch Venedig einen Angriff auf Pesaro, Faenza 
und Rimini begünstigen. Im Juli 1499, als Antonio Grimani 
mit einer Flotte ausgesandt ward, um das türkische Geschwader 
an der griechischen Küste anzugreifen, und der französische König 
zur Eroberung der Lombardei verrückte, War die Aussicht auf 
Erfüllung dieser Pläne anscheinend gering, anders aber stand es 
im August, wo Venedig durch Grimanfs Niederlage bei Lepanto 
sehr tief gedemüthigt war, und man erzählt, Ludwig XII. habe 
dazumal zu Loredano gesagt, dieVenezianer seien zwar ver- 
schlagen und reich, aber kleinmüthig und fürchteten den Tod, 
während die Franzosen mit der Absicht kämpften, entweder zu 
siegen oder zu sterbenßi So nieder-schlagende Eindrücke waren 
es, unter denen Venedig den Besuch Cesare Borgia's erhielt, der 
am 11. September in S. Biagio Cataldo von Dogen und Senat 
eingeholt wurde. Er verlangte für den Papst Ferrara, Imola, 
Forli, Bertinoro, Pesaro und Rimini, und die Signorie gerieth 
darüber dermaassen in Verlegenheit, dass sie elf Tage brauchte, 
um sich zu einer Antwort zu fassen. Das Verdikt der Hochmögen- 
den, welches der Doge Agostino Barbarigo dann endlich verkün- 
dete, ging dahin: die Borgia's möchten Pesaro nehmen, wenn sie 
könnten, aber Ferrara und Rimini niemals! Cesare gab sich den 
Anschein, als sei er mit dieser Erklärung zufrieden?" Er wohnte 
am 24. September der feierlichen Uebergabe der venezianischen 
Standarte an Marchio Trevisani bei, der zum Nachfolger des vom 
Kommando entsetzten Antonio Grimani ernannt worden war, und 
es muss ein seltsames Schauspiel gewesen sein, als der Sohn des 
Papstes, der mit einer Prinzessin von Navarra verheirathet war, 
hier als seines Vaters Legatus a latere auftrat und nach einem 
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Malipiero a. 
Malipiero a. 
565. 
183. 
564,
        

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