Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479374
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ANFÄNGE 
IN VENEDIG. 
III. 
Rom, Gal. 
Borghese. 
den nkreuztragenden Christus" nach dem "Schmßrzensmanne" 
vollendete, zweitens, dass, wenn er diese Stücke in Giorgionds 
Manier malte, er wiederum andre in nicht giorgioneskem Sinne 
schuf. Das darf nicht Wunder nehmen, denn Tizian's Genius 
besass eben eine ungemeine Fülle künstlerischer Ausdrucksformen. 
Seine späteren Werke liefern unzählige Beweise einer beneidens- 
werthen Fähigkeit, gleichzeitig Gemälde in ganz verschiedener 
technischer Behandlung ausführen zu können. 
RidolfPs "Maraviglie", zum ersten Male im Jahre 1648 in 
Venedig veröffentlicht, enthalten die Beschreibung von Tizian's 
„Zwei Mädchen am Brunnen" im Palazzo Borghese zu Rom?" 
Das Bild bezeichnet eine Epoche im Wachsthum der veneziani- 
schen Kunst, wie es denn anscheinend frühzeitig schon als ein 
WerkÄ ersten Ranges geschätzt gewesen ist; aber sowohl das 
genaue Datum seiner Entstehung wie der Name seines ursprüng- 
lichen Eigenthümers sind unverbiirgt, und es ist nicht gelungen, das 
darauf angebrachte Wappen des Bestellers in seinen Einzel- 
heiten festzustellen und zu deutenjts Die unbestimmte Bezeich- 
nung "Heilige und profane Liebe", welche dieser Allegorie an- 
hängt, drückt doch nur sehr nothdürftig den Gegensatz naiver 
und befriedigter Liebessehnsucht aus, mit dem wir es zu thun 
haben. 
Dargestellt ist ein Garten, umgeben von einer in der reinen 
Atmosphäre des Hcrbstabends gebadeten Landschaft. Ueber Berg 
und Thal und Hain liegt warmer Hauch ausgebreitet, am Himmel 
wechseln graue Wolken mit Lichtstreifen ab.  Rechts in der Ebene 
bedeckt eine Dorfkirche und eine Anzahl zerstreut liegender 
Hütten den vom Wasser eines Sees bespülten Strich Landes, 
auf dem Wege dort sieht man zwei Reiter, welche ihren hinter 
der Spur eines Hasen herlaufenden Hunden mit den Blicken folgen. 
27 Ridolfi, Marav. I. S. 25T; er bezeichnet den Gegenstand: „due donne vicine 
ad un fonte, entre a eui si specehia un fanoiullo." 
2" Rom, Galerie Borghese. Leinw. h. 1,08 M., br. 2,65 M. Das Wappen zeigt 
ein gefesseltes Ungeheuer, dessen Vordertheil löwenartig ist, dessen Hintertheil dem 
Schwanze eines üschühnlichen Thieres gleicht. Das Bild ist neuerlich von Fr. Weber 
gestochen 
        

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