Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479285
Lä 
häufig, dass der Baumeister den Maler gegen sehr geringe Ent- 
schädigung beschäftigte, Während er dem vornehmen Eigenthümer 
die Malerei seines Hauses hoch in Rechnung setzte." 
Einer der frühesten Nachweise, den wir über Tizian's künst- 
lerische Thätigkeit haben, bringt seinen Namen mit der Deko- 
ration der Stirnseite eines Hauses in Verbindung. Ueber der 
Thür der Halle auf der Landseite des Palastes Morosini in der 
Rio di San Canciano war ein Fresko-Gemälde des Herkules, von 
dem die Rede ging, es sei eine der allerersten Arbeiten, die Tizian 
in Venedig unternommenf" Er hat aber auch in sehr früher Zeit 
schon Madonnenbilder geliefert, und zwar trat in diesen Werken 
bei ihm dieselbe Sorgfalt und Inbrunst der Auffassung hervor, 
welche die ältere venezianische Schule ausgezeichnet hatte. 
Wir besitzen von wenig Künstlern so viele Privatbriefe wie 
von Tizian, aber seine Correspondenz gibt keine Aufschlüsse über 
innere Erlebnisse; sie erstreckt sich nur auf geschäftliche An- 
gelegenheiten. Wir können daraus nur errathen, dass er als 
Jüngling das Leben eines Lehrlings führte, seine Werk- und 
Feiertage hatte und an jenen ersteren tüchtig arbeitete, um diese 
redlich zu verdienen. Sein Vater War allem Anscheine nach nicht 
reich genug, um ihm die Mittel zu gelegentlichen Ausflügen in die 
Heimath zu gewähren, er hat aber wahrscheinlich doch Conte's 
Landhaus in Cadore wieder besucht, ehe sein Name in den höheren 
Kreisen der Kunstpatrone Venedigs genannt ward. Ungeachtet 
seiner wohlbekannten Verschlagenheit und Harte finden sich in 
den Briefen des Vaters Zeichen der Liebe und Zärtlichkeit für 
seine Kinder, und diese Kundgebungen des Vaterherzens lassen 
auf das pflichtgemässe Betragen des Sohnes schliessen." 
Die verloren gegangenen Porträts Gregorids und Lucia Vecelli's 
wurden vermuthlich während eines Besuches in Cadore gemalt?" 
L 
17 Ridolü a. a. O. I1. S. 321. 
15 Sansovino, Vän. descr. S. 391. Das Fresko existirt nicht mehr. 
1" "Egli fu amorevolissimo Vcrso i parenti" Tizianello's Anon. S. 7. 
20 s. Orazione panegirioa bei Ticozzi a. a. O. S. 321 und Ridolfi, Marav. II. 
304. Das Bildniss Gregorids wurde in Venedig gezeigt, das Lucizfs in der
        

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