Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479208
DRITTES 
CAPITELÄ 
Tiziznfs 
imfänge 
Venedig. 
Tizian verliess Cadore als Kind, um sich in Venedig einem 
Beruf zu widmen. Welch ein Abstand zwischen dem Ort, von 
dem 61' Sich trennte und dem, an welchem er fortan leben sollte! 
Cadore, ein idyllisches Plätzchen in reiner Luft, von ragenden 
.Alpen umschlossen, in wild-romantischer Umgebung, mit kleinen 
bescheidenen Häusern, armen, geniigsamen Bewohnern, die auf 
beschwerlichen Bergpfaden mit ihren Lastkarren ein mühseliges 
Gewerbe trieben  und Venedig, die Wunderstadt, die wie durch 
den Spruch eines Zauberers aus der Tiefe des Meeres empor- 
gestiegen, räthselhaft auf dem Wasserspiegel zu schwimmen scheint; 
diese Strassen, Plätze, Häuser, Paläste, diese Gondeln und Kanäle, 
diese Bewohner, die am Tage halb im Schlaf befangen, erst mit 
Anbruch der Nacht zum vollen Leben erwachen, auf dem engen 
Ri-alto die weitesten Handelsspekulationen, auf dem Markusplatz 
die Handel der Welt besprachen und auf der Piazza wie Kinder 
spielten! Ein Knabe wie Tizian musste die sich ihm darbieten- 
den Wunder mit offenen Augen und Ohren anstaunen, es konnte 
ihm aber nicht lange verborgen bleiben, dass sich hinter diesem 
Glanze eine recht harte, solide Wirklichkeit verbarg. Schimmer 
und Farbenpracht lag auf der Oberfläche, die Grundlage bildete 
schwere, ernste Arbeit. Hatte der kleine Fremdling in Cadore 
bereits die Kunst geübt, umso besser für ihn;. besass er nur 
eine früh entwickelte Neigung und Leidenschaft für die Malerei, 
so war er hier am rechten Orte, um derselben zu fröhnen.
        

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