Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479134
30 TIZlAN'S 
HEIMATH 
UND 
H ERKUNFT. 
CAP. 
dass Tizian mit seinen Brüdern und Schwestern dort geboren 
worden; denn wir wissen, dass Conte's Besitz bei seinem Tode 
unter seine beiden Söhne Antonio und Gregorio getheilt wurde. 
Wenn Tizian in dem Hause seines Grossvaters geboren sein soll, 
so gehört dazu der Nachweis, dass sein Vater Gregorio bei Leb- 
zeiten Conte's in demselben gewohnt hat. Immerhin fehlt es der 
Annahme, dass der alte "Conte seinem Sohn die Benutzung des 
Häusohens überlassen, nicht ganz an Berechtigung. Soweit über- 
haupt ein Kataster von Pieve existiert, geht aus demselben nicht 
hervor, dass Gregoiio je anderwärts gewohnt habe als an der 
sogen. Piazzetta Arsenale, und einer der frühesten Biographen, der 
von Tizian's Kindheit redet, bezeichnet das kleine Haus als seine 
Geburtsstätte. 
Wir 
können 
die 
Lebensschicksale 
verschiedener 
Glieder 
der 
Familie Tizian's verfolgen, unter anderen die des Tizianello, seines 
Vetters im dritten Gliede, der 1650 in Venedig starb. Dieser 
war es, der unterm 16. August 1622 der Marquise von Arundel 
und Surrey eine anonyme Lebensbeschreibung Tizian's widmete, 
welche seiner Angabe nach von einem mit den Werken des grossen 
Meisters sehr vertrauten Verfasser herrührte. Dieses Schriftstück 
ist nun überhaupt in der einschlagenden Literatur das einzige, wel- 
ches Bekanntschaft mit Cadore verräth. Aus diesem Grunde 
und weil es innerhalb der fünfzig Jahre nach Tizian's Tode nieder- 
geschrieben ist, verdient es besondere Beachtung. Der Schreiber 
bekennt sich als begeisterten Verehrer des "modernen Apelles", 
hofft, seine Schilderung werde nicht ganz ohne Interesse gelesen 
werden und erzählt sodann folgendermaassen: 
"Der berühmte Tizian war in Pieve geboren, der Hauptburg 
in der Landschaft Cadore  . . das Schloss galt für uneinnehmbar, 
Wie es in der That auf einem einzelstehenden Hügel erbaut ist, 
zu welchem man nur auf schmalem, von Felsklüften und unnah- 
baren Abhängen begrenztem Pfade gelangen kann   . Am Fusse 
der Veste liegt die Stadt mit dem Palast, worin der vom Rathq 
zu Cadore erwählte Vikar residiert. Der Ort ist von geringem 
Umfang, aber hübsch bebaut. Inmitten des Marktes beündet sich 
ein Brunnen mit frischem klarem Wasser . . . Ansehnliche Paläste
        

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