Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479119
28 TIZIAN'S HEIMATH UND HERKUNFT. Oma I1. 
 
in den Aether auf, unnahbare Zacken, die vor Jahrtausenden als 
Korallenmassen aus der Tiefe des grenzenlosen Meeres aufge- 
wachsen sind. Um den Fuss der erstarrten Zeugen einer unaus- 
denklichen Schöpfungsgeschichte lagert manigfaltiges Leben. Hier 
gleiten die Silberfäden der Giessbäche schäumend zu Thal, um 
dann als krystallenes Gewässer ihren Weg hurtig durch bewal- 
dete Tiefen zu suchen, dort verengt sich das Thalbett und von 
dem Stege, den menschlicher Wagemuth den schroffen Halden 
abgetrotzt, starrt das Auge durch schmale Felsgassen himmelan 
oder zur Tiefe hinunter in die gurgelnd sich überstürzende 
Fluth. Dort springt ein kecker Brückenbogen über den Abgrund 
und unter dem Schritt des Wandrers stürzt der Bach kopflings in 
die Schlucht, die keines Menschen Fuss betreten kann. Dafür ist 
er hinaufgeklettert in die jähen Höhen über uns. Dort ragen 
Burgen, die 'vor Alters, noch grausamer fast als die Natur, den 
Eindringling auf seinem gefährlichen Pfade schreckten. 
Solche Landschaftsbilder findet man auf enger Scholle reich- 
lich im Cadoriner Land. Bottestagno, Pieve und Ponte tragen 
noch Ruinen trotziger Burgen. Hinter Longarone fuhrt die vene- 
zianische Strasse durch wildes Felsgeröll und geht am rechten 
Ufer der Piave, die murmelnd durch die Enge schiesst, auf Pera- 
rolo zu, wo eine Brücke über den Nebenfluss der Boite geschlagen 
ist. Von hier aus wanderte man ehedem am linken Ufer des 
Stromes nach Vaile, jetzt zu den Seiten des Monte Zucco auf dem 
Wege, der bei Tai geradaus auf Pieve zu an die Quellen der 
Piave leitet oder sich westwärts in das Thal von Ampezzo wendet. 
Von der Lehne unterhalb Zucco erblickt man auf einzelnem Hügel 
das Kastell von Cadore, etwas seitwärts davon nach Osten hin 
das Dorf Sotto-Castello, und wenn man von hier aus dem Hügel 
Zllßßhreitet, kommt man auf eine Gasse, an deren rechter Reihe 
das kleine Haus steht mit der Inschrift, dass unter seinem Dache 
Tizian geboren sei. Die Strasse entlang trifft der Blick das Kastell 
 eine Ruine, von der verschiedene Abbildungen gefunden worden 
sind, theils in einer angeblich von Tizian selbst herrührenden 
Skizze, theils in einer Zeichnung des vorigen Jahrhunderts, die 
durch Steindruck wiedergegeben ist. In nordwestlicher Richtung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.